Das kleine, aber markante Gebäude am Widenplatz in Frick blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Gebaut um 1820, wurde es zunächst als Waschhaus genutzt. Später diente es unter anderem während mehrerer Jahrzehnte als Gemeindehaus.

Zuletzt war das Gebäude, das auch nach dem Auszug der Gemeindeverwaltung 1950 im Besitz der Gemeinde blieb, an einen Hundesalon vermietet. Im Juni ging nach rund 25 Jahren auch diese Ära zu Ende: Vanessa und Ursula Picard zügelten ihren Salon an einen neuen Standort in Erlinsbach (die AZ berichtete).

Jetzt ist klar, wie das nächste Kapitel in der Geschichte des alten Gemeindehauses aussieht. Die Gemeinde hat einen neuen Mieter für die Räumlichkeiten gefunden. Das bestätigt Gemeindeschreiber Michael Widmer. Die ursprüngliche Idee der Gemeinde, erneut einen Hundesalon unterzubringen, habe sich nicht als realistisch erwiesen. Im Gebäude wird nun stattdessen eine Praxis für Physiotherapie und Cranio-Sacral-Therapie eingerichtet. Der Mietvertrag ab 1. November ist unterschrieben.

Vor der Eröffnung werden die Räumlichkeiten leicht umgebaut

Eröffnet werden soll die Praxis Anfang des kommenden Jahres. Die neuen Mieter möchten zum Projekt derzeit noch keine weiteren Auskünfte geben. Klar ist, dass die Räumlichkeiten – je rund 50 Quadratmeter im Erdgeschoss und im Obergeschoss – vor der Eröffnung baulich an die neue Nutzung angepasst werden. «Es handelt sich dabei um einen Mieterausbau», sagt Michael Widmer. Dieser kann wieder rückgängig gemacht werden, sollte die Praxis dereinst den Widenplatz wieder verlassen.

Wobei die Gemeinde hofft, dass mit der Physiotherapie-Praxis erneut eine langfristige Nutzerin für das Gebäude gefunden wurde. Man habe beim Bewerbungsverfahren in den vergangenen Monaten mit diesem Ziel im Hinterkopf speziell auf das Konzept der Bewerber geachtet, so Widmer. «Ziel war es nicht, die Liegenschaft möglichst schnell wieder zu vermieten, sondern eine langfristige Lösung zu finden.»

Die Gemeinde misst dem Gebäude eine wichtige Funktion zwischen Hauptstrasse und dem neu erstellten «Widenboulevard» zu. Der entstandene Leerstand über wenige Monate sei zwar verkraftbar, sagt Widmer. Aber: «Natürlich ist es besser, wenn die Räumlichkeiten genutzt werden.» Sprich: Wenn an diesem zentralen Platz im Dorf ein Dienstleister Kundschaft anzieht und damit auch die Umgebung weiter belebt. «Wir sind überzeugt, dass die Praxis das bestehende Angebot in Frick sehr gut ergänzt», sagt Widmer.