Fricktal
Meteorologische Achterbahnfahrt: Zwischen Dauerfrost und T-Shirt-Wetter

Die az zeigt mit dem Meteorologen Helmut Kohler die Wetter-Kapriolen von Dezember bis Februar auf.

Dennis Kalt
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Mehr Schnee als gewöhnlich: Die Betreiber des Skilifts Föhrlimatt in Wegenstetten freuten sich. Archiv/Marc Fischer

Mehr Schnee als gewöhnlich: Die Betreiber des Skilifts Föhrlimatt in Wegenstetten freuten sich. Archiv/Marc Fischer

Marc Fischer

Schnee, Kälte, Eis – seit dem 1. März, dem meteorologischen Frühlingsbeginn, ist der Winter passé. Einer, der die Niederschläge und Temperaturen der Region seit 20 Jahren aufzeichnet, ist Hobbymeteorologe Helmut Kohler aus Schwörstadt DE. Anhand seiner Daten aus der Wetterstation Bad Säckingen zeigt die az sechs Kapriole des vergangenen Winters auf.

Kapriole eins:

Gleich der erste Wintermonat geht in die Geschichtsbücher ein: «Noch nie, seit über 150 Jahren, gab es solch einen niederschlagsarmen Dezember», resümiert Kohler.

So brachte dieser nur mickrige 2,4 Liter pro Quadratmeter an Niederschlägen mit sich. Zum Vergleich: Im langfristigen Mittel, von 1981 bis 2010, beträgt der Normwert für den Dezember rund 110 Liter pro Quadratmeter.

Kapriole zwei:

Verantwortlich für das trockene Klima war die Abfolge des Schönwetterhoch-Quartetts «Uwe», «Wolfgang», «Xander» und «Jörn». Durch die Hochdruckgebiete kamen auch die Sonnenanbieter auf ihre Kosten: Die Sonnenscheindauer im Dezember betrug rund 81 Stunden und war damit knapp doppelt so hoch, wie im langfristigen Mittel.

Kapriole drei:

Der erste Monat 2017 war nichts für Frostbeulen: Mit einer Durchschnittstemperatur von minus 2,1 Grad Celsius (Normwert 0,8 Grad Celsius) war es der drittkälteste Januar seit über 50 Jahren. Verantwortlich für den bitterkalten Januar war ein winterliches Sibirienhoch.

Kapriole vier:

Das Sibirienhoch bescherte dem Januar 29 Frosttage, davon 18 in Folge (Normwert 19 Tage) und 15 Eistage, davon 11 in Folge (Normwert 7 Tage). Auch die Tiefsttemperatur des Winters wurde in diesem Monat, 7. Januar, mit minus 11,4 Grad Celsius gemessen.

Kapriole fünf:

Mit einem milden Februar wurden die Frostbeulen für den eisigen Januar jedoch wieder entschädigt: «Mit einer durchschnittlichen Monatstemperatur von 4,9 Grad Celsius war der Februar um 3,1 Grad wärmer als im langfristigen Mittel», bilanziert Kohler.

Kapriole sechs:

Mit 20,2 Grad Celsius wurde am «Schmutzigen Donnschtig» die höchste Februartemperatur seit Messbeginn verzeichnet. «Dort waren nicht nur die Narren närrisch, sondern auch das Wetter spielte verrückt», merkt Kohler an. Dies zeigte sich besonders am Folgetag, als es am Abend bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sogar zu kurzen Schneeschauern kam.

Mehr Schnee als gewöhnlich

Insgesamt gab es im Winter elf Tage mit Schneefall und 28 Tage mit einer Schneedecke (7 Tage über dem Normwert). Hinzu kamen 64 Frosttage (13 Tage über dem Normwert) und 17 Eistage (3 Tage über dem Normwert). Dies freute besonders die Mitglieder des Spiel- und Turnvereins Wegenstetten: Insgesamt konnten die Ski- und Snowboardfahrer an 15 Tagen die 600 Meter lange Piste am Föhrlimatt herunterfahren.