Kaiseraugst

Mehr Platz für Wohnraum: Gemeindeversammlung sagt Ja zur Nutzung Wurmisweg-West

Nach dem Ja zur Umnutzung des Areals im Gebiet Wurmisweg-West ist es nun das Ziel der Gemeinde, 2020 einen Gestaltungsplan vorzulegen.

Nach dem Ja zur Umnutzung des Areals im Gebiet Wurmisweg-West ist es nun das Ziel der Gemeinde, 2020 einen Gestaltungsplan vorzulegen.

Das Ja der Gemeindeversammlung zur Wohnnutzung des Gebiets Wurmisweg-West, soll den «grossen Siedlungsdruck» in Kaiseraugst entschärfen.

Françoise Moser hat ein paar turbulente Tage hinter sich. Die Kaiseraugster Gemeindepräsidentin hat im Hintergrund ordentlich gewirbelt – was dazu führte, dass der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend selber einen Änderungsantrag zum Traktandum «Teilrevision Nutzungsplanung Wurmisweg-West» vorlegte.

Doch der Reihe nach: Der Gemeinderat beantragte mit dem Traktandum, einen Teil der laufenden Revision der Bau- und Nutzungsplanung vorzuziehen. Das Gebiet Wurmisweg-West liegt in einer Wohn- und Arbeitszone. «Die heute zulässige Wohnnutzung wird von den bestehenden Überbauungen des Römerparks beansprucht», sagte Moser. «Von der Arbeitsfläche hingegen sind heute erst rund 30 Prozent überbaut.» Die Idee des Gemeinderats ist es deshalb, freie Arbeitsfläche einer Wohnnutzung zuzuführen. «Das macht aus unserer Sicht absolut Sinn», sagte Moser und verwies auf den «grossen Siedlungsdruck» in Kaiseraugst.

300 Wohnungen

Gemeinsam mit der Grundeigentümerin, der Ernst Frey AG, wurde bereits ein Richtprojekt für das Gebiet erarbeitet. Auf dem Areal an der Landstrasse beim DSM-Kreisel sollen demnach rund 300 Wohnungen gebaut werden. Die genaue Anzahl sowie der Wohnungsmix würden in der Detailplanung erarbeitet, erklärte Moser, betonte aber gleichzeitig, dass auch Wohnungen mit kleinerem Grundriss entstehen sollen. «Dafür besteht heute ein grosses Bedürfnis.»

Der Änderungsantrag betraf nun den finanziellen Teil des Geschäfts, genauer: die vorgesehenen Mehrwertabgaben der Grundeigentümer an die Gemeinde. Da sie aufgrund der Umnutzung einen Mehrwert und Planungsvorteile erhalten, stimmten sowohl die Ernst Frey AG als auch die Solvias AG einer solchen Abgabe zu. Ursprünglich hätte die Gemeinde so 1,253 Millionen Franken erhalten. Nun allerdings ist es deutlich mehr.

Mehr Geld für Gemeinde

Françoise Moser und Michael Haug, Geschäftsführer der Ernst Frey AG, hatten im Vorfeld der Versammlung die Ortsparteien besucht und das Traktandum vorgestellt. «Dabei zeigte sich, dass vor allem die Mehrwertabgabe ein emotionales Thema ist – und nicht alle mit deren Höhe einverstanden sind», erklärte Moser. Gemeinde und Eigentümer entschieden daher, nachzuverhandeln. Am letzten Freitag gab es dann eine Einigung, am Montag wurde alles fixiert – eben: Es waren turbulente Tage für die Gemeindepräsidentin.

An der Versammlung konnte sie die neuen Zahlen nun erstmals präsentieren – die nach oben korrigierten Zahlen. 1,53 Millionen Franken erhält die Gemeinde. Das schien Wirkung zu zeigen. Die Mehrwertabgaben sorgten jedenfalls kaum für Diskussionen. Der ehemalige Gemeindepräsident Max Heller bemängelte zwar, es handle sich bei der Anpassung «um Kosmetik». Andere Votanten aber lobten die Gemeinde dafür, reagiert zu haben.

Für Fragen sorgte ohnehin vielmehr die Verkehrssituation im geplanten Wohngebiet. Mehrere Anwohner des Junkholzquartiers zeigten sich besorgt. «Wir können die Umnutzung vorziehen – aber es soll deswegen kein Flickwerk geben. Wie können wir sicher sein, dass das funktioniert?», fragte ein Votant. Moser betonte daraufhin, dass derzeit intensiv an dieser Fragestellung gearbeitet werde. Details könne sie noch nicht nennen, aber: «Es ist die oberste Zielsetzung, dass wir eine Lösung finden, die für alle tragbar ist.»

Die Versammlung stimmte dem Geschäft – samt Änderung – schliesslich deutlich zu. Françoise Moser zeigte sich darüber erleichtert. «Ich bin happy, weil ich überzeugt bin, dass das für die Entwicklung der Gemeinde eine gute Sache wird.»

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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