Magden
Das Gebiet «Bünn» soll Platz für Mehrfamilienhäuser bieten – das freut nicht alle

Nachdem 2016 eine erste Vorlage für die künftige Nutzung des Gebiets abgelehnt wurde, präsentiert der Gemeinderat nun eine überarbeitete Version. Das Mitwirkungsverfahren zeigt: Es gibt noch immer Gegner des Projekts.

Nadine Böni
Merken
Drucken
Teilen
Spezialzone Bünn in Magden bietet Wohnraum für bis zu 300 Einwohner.

Spezialzone Bünn in Magden bietet Wohnraum für bis zu 300 Einwohner.

Dennis Kalt / 04. Juni 2020

Die Zahlen sprechen für sich: 169 Eingaben und Anträge gingen im Mitwirkungsverfahren zum Gebiet Bünn in Magden ein. Das allein zeigt, welche Bedeutung das rund drei Hektaren grosse Areal südöstlich des Ortskerns im Dorf hat – und wie unterschiedlich die Meinungen zur künftigen Nutzung nach wie vor sind.

Bereits 2016 sollte die «Bünn» im Rahmen der Nutzungsplanrevision in die Kernzone eingezont werden. Allerdings wurde die Einzonung damals an der Gemeindeversammlung zur Überarbeitung an den Gemeinderat zurückgewiesen. Nun legt der Gemeinderat eine überarbeitete Variante vor: Das Gebiet Bünn soll einer eigens dafür geschaffenen Spezialzone zugewiesen und mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt werden.

123 identische Eingaben

Im vergangenen Sommer führte der Gemeinderat dazu die öffentliche Mitwirkung durch. Der Gemeinderat hat inzwischen sämtliche Eingaben und Anträge beantwortet. Der nun veröffentlichte Mitwirkungsbericht umfasst entsprechend über 40 Seiten. Wobei Gemeindeammann André Schreyer relativiert: «123 Eingaben wurden über ein identisches Formular gemacht, das zuvor von einer Interessengruppe verteilt wurde.» Das Formular umfasst einen einzigen Satz: «Der von der Gemeindeversammlung demokratisch gefällte Entscheid ist zu respektieren.» Schreyer betont:

«An der Gemeindeversammlung wurde die Umzonung zur Überarbeitung zurückgewiesen. Der Gemeinderat macht also genau das, was damals gefordert wurde und zu was er verpflichtet ist.»

Bei der Überarbeitung habe sich der Gemeinderat auch auf die Zukunfts- und Ergebniskonferenz 2007 und die damals geäusserten Wünsche zurückbesinnt, so Schreyer. Mehrfach geäussert wurde damals unter anderem der Wunsch, «Wohnalternativen zu den dominierenden Einfamilienhausquartieren» – Einfamilienhäuser machen in Magden über 80 Prozent aller Gebäude aus – zu schaffen. So soll Wohnraum erstellt werden, der einerseits für junge Personen bezahlbar ist und andererseits die Bedürfnisse von älteren oder behinderten Personen abdeckt.

Der Perimeter wurde leicht verschoben

Nach dem Mitwirkungsverfahren wurden die Unterlagen noch einmal angepasst. Der Planungsperimeter etwa wurde leicht nach Osten verschoben. «So kann einerseits Landwirtschaftsland frei gehalten und andererseits die Schutzzone rund um die Quellfassung komplett aus dem Perimeter genommen werden», sagt Schreyer. Die Fläche, die der Wohnzone zugewiesen wird, ist ausserdem um rund 0,56 Hektaren kleiner als im Vorschlag von 2016. Laut Gemeinderat böte die Fläche so Platz für Wohnraum für bis zu 300 Einwohnerinnen und Einwohner, wobei eine Bebauung nur in Etappen möglich ist.

Die eigens für die «Bünn» geschaffene Spezialzone «umfasst bereits viele Vorgaben», sagt Schreyer. So etwa zur künftigen Nutzung, Erschliessung, Parkierung, Gestaltung und zu Umweltvorschriften. «Wir sind überzeugt, dass wir damit vielen Ansprüchen aus der Bevölkerung gerecht werden.»

Im Dezember entscheidet die Gmeind

Voraussichtlich ab Anfang März werden nun sämtliche Unterlagen öffentlich aufgelegt. Am 3. Dezember entscheidet dann die Gemeindeversammlung über das Vorhaben. Wird es abgelehnt, so bleibt es in der Landwirtschaftszone. «Ich bin sicher, dass der neue Vorschlag im Dorf auf breite Akzeptanz stösst, wobei es nach wie vor Gegner gibt», sagt Schreyer. Bei der Versammlung komme es darauf an, wie gut beide Seiten mobilisieren könnten.

So oder so – sofort überbaut wird die «Bünn» nicht. Schreyer betont: «Allein die Erarbeitung des Gestaltungsplans in Zusammenarbeit mit den Grundstückbesitzern wird viel Zeit in Anspruch nehmen.» Er geht davon aus, dass «es mindestens noch zehn Jahre dauert, bis auf dem Areal das erste Haus steht».