Laufenburg
Spannende Lektüre: Beim Renovieren stiess Fricktaler Familie auf Zeitungen von 1937

Wer ein älteres Haus oder eine Wohnung besitzt, weiss: Beim Renovieren kommt vielfach Unerwartetes zum Vorschein. Oft ist dies mit Mehrkosten verbunden, doch nicht immer muss es unangenehm sein: Familie Zollinger aus Laufenburg fand beim Sanieren Zeitungsausgaben von 1937 ­­– mit vielen interessanten Geschichten.

Andrea Worthmann
Drucken
Die Familie Zollinger aus Laufenburg fand beim Renovieren ihres kürzlich erworbenen Altstadthauses in der Fluhgasse, einen Stapel alter Zeitungen aus dem Jahr 1937.

Die Familie Zollinger aus Laufenburg fand beim Renovieren ihres kürzlich erworbenen Altstadthauses in der Fluhgasse, einen Stapel alter Zeitungen aus dem Jahr 1937.

Andrea Worthmann / Aargauer Zeitung

In alten Häusern verbirgt sich hin und wieder Ungewöhnliches. So fand die Familie Zollinger aus Laufenburg beim Renovieren ihres kürzlich erworbenen Altstadthauses in der Fluhgasse einen Stapel alter Zeitungen aus dem Jahr 1937. Dieser Stapel war allerdings verteilt unter der Auslegware der Vor- oder Vorvorbesitzer. So genau weiss man das nicht.

Unter dem Zwischenboden schaute «der Frickthaler» hervor. ­Es ­sollten noch mehr folgen.

Unter dem Zwischenboden schaute «der Frickthaler» hervor. ­Es ­sollten noch mehr folgen.

Andrea Worthmann / Aargauer Zeitung

«Die Zeitungen sind grösstenteils gut erhalten», sagt Andy Zollinger, der diese unter dem Zwischenboden vorfand. «Ich bin daraufhin vorsichtiger vorgegangen, weil mir sofort bewusst war, dass ich möglicherweise etwas Besonderes gefunden habe.» Nachdem das Fundgut komplett geborgen war, wurde alles sorgsam auf dem Tisch ausgebreitet und gesichtet.

Die Zeitungen, welche allesamt der Schweizer Presse zugehörig sind, umfassen vor allem mehrere Ausgaben von «Freier Aargauer» und «Der Frickthaler», aber auch das «genossenschaftliche Volksblatt «CO.OP», heute bekannt als die «Coop Zeitung», war vertreten.

Weniger Bilder, aber viele interessante Geschichten

Viele Artikel sind sogar in altdeutscher Schrift gedruckt. Das Ehepaar blätterte in den wenig bebilderten Zeitungen und fand interessante Geschichten und Anzeigen, die 1937 so ganz anders aussahen als heute. Eliza Zollinger, die sich dem Anzeigenteil widmete, sagt:

«Es war schon toll, immer wieder Orte und Firmen und sogar Strassennamen hier aus Laufenburg zu lesen.»

Dabei machte sie auch eine interessante Entdeckung: In einer Todesanzeige las sie den Vor- und Zunamen «Frieda E.». Eine Frida E. kannte sie auch, nämlich die Tochter einer Kollegin. Unvermittelt fragte sie die Kollegin, ob sie die Frau in der Anzeige kannte oder sogar eine Verwandte wäre und nach einer Recherche auf Seiten der Kollegin, kam heraus, dass die Frau in der Todesanzeige tatsächlich die Ururgrossmutter ihrer Tochter Frida ist. Die Schreibweise ist ein bisschen anders und die Namensgebung der Tochter war rein zufällig der gleiche Name wie der ihrer Ururgrossmutter.

«Heimatliedli» auf den ­Kinderseiten

Die Vorkriegsberichterstattung nahm den Grossteil der Artikel ein, aber auch die Tour de Suisse schaffte es am 5. August 1937 auf das Titelblatt des «Freien Aargauer». In der «Coop Zeitung» war etwa unter der Rubrik «Etwas für Frauen» ein Bericht über Gewürze unserer Küche zu finden und auf den Kinderseiten fanden sich «Heimatliedli».

Und was hat Familie Zollinger nun mit dem Fund vor? «Das wissen wir noch nicht genau», so Andy Zollinger. Bei einer kurzen Recherche in hiesigen Anzeigeportalen fand er heraus, dass die Zeitungen selbst unter Sammlern keinen grossen Geldwert zu haben scheinen.

«Wir werden es erstmal in einer schützenden Mappe ablegen und vielleicht kann ja ein Museum etwas damit anfangen.»

Vor allem für die ältere Generation der Fricktaler wäre das sicher interessant und eine schöne Gelegenheit, um in Erinnerungen zu schwelgen.

Aktuelle Nachrichten