Kirche Frick

Kurator bringt die Kirche auf Kurs zurück

Führte die reformierte Kirche in Frick durch stürmische Zeiten: Kurator Markus Fricker.

Führte die reformierte Kirche in Frick durch stürmische Zeiten: Kurator Markus Fricker.

Markus Fricker übergibt die Geschäfte der reformierten Kirche Frick an die neue Kirchenpflege – er geht auch mit einem weinenden Auge.

Die Arbeit für Markus Fricker in der reformierten Kirche in Frick ist getan. Am 8. Januar wird er die Geschäfte der Gemeinde an die neu gewählte Kirchenpflege übergeben. Nachdem ihm der Kirchenrat im Mai 2017 einsetzte, weil die Kirchenpflege nicht mehr genügend Mitglieder hatte, führte er die Gemeinde durch stürmische Zeiten. «Es war mir schon klar, dass meine Arbeit nicht in kurzer Zeit erfüllt sein würde. Wie lange das Kuratorium dauern würde, war mir jedoch nicht klar», sagt Fricker.

Zu Turbulenzen während des Kuratoriums kam es vor allem, weil Fricker Pfarrer Johannes Siebenmann nicht mehr zur Wiederwahl für die Amtsperiode 2019–2022 vorschlug, da es gemäss Fricker einen Neuanfang nur ohne Siebenmann geben könne. Siebenmann trat trotzdem zur Wahl an. «Wir haben in der Sache einige Male hart miteinander gerungen. Wir haben aber die Sache in einer respektvollen Art abgeschlossen», sagt Fricker.

«Ich habe allen reinen Wein eingeschenkt»

Eine Spaltung in der Kirchgemeinde nach der Nicht-Wiederwahl von Siebenmann – 581 stimmten gegen ihn, 145 für ihn – habe es nicht gegeben. «Es gab sicher einige Gemeindemitglieder, die diesen Entscheid bedauerten, aber ein grosser Teil der Menschen war froh, dass die Sache klar war», so Fricker. Nach der Wahl hätten sich dann auch viele Gemeindemitglieder aktiv an den Gesprächen und bei der Ideensuche zum Neuaufbau beteiligt.

Nach dem Entscheid hat Fricker viele Mitglieder angesprochen und sie gefragt, ob sie sich ein Mittun in der ­Kirchenpflege vorstellen könnten. Der Konflikt, der zum Kuratorium geführt habe, sei in den Gesprächen nicht thematisiert worden. Allerdings hätten sich dann doch viele nicht für ein Kirchenpflegeamt entscheiden können, so Fricker. «Ich habe allen reinen Wein eingeschenkt. In einer Kirchenpflege mitzutun, verlangt die Bereitschaft, ein hohes Engagement zu leisten.»

Bereits im August hat Fricker die Aufgaben der Kirchenpflege vorbereitet und besprochen. «Was mir am Herzen liegt, ist, dass man ganz offen miteinander umgeht und die Unterschiedlichkeit als Bereicherung erlebt. Ich wünsche der Kirchenpflege, dass sie mit den Mitarbeitenden die Kirche so gestalten und leben kann, dass die Menschen erleben, dass die Kirche ihnen wohltut», sagt Fricker.

Entscheidend in den nächsten ­Monaten sei natürlich die Besetzung der zwei vakanten Pfarrstellen und jene des Sozialdiakons. Hierbei wird die Kirchenpflege von einer Personalfindungskommission unterstützt. «Es sind schon überraschend viele Bewerbungen eingetroffen, obwohl generell ein Mangel an Pfarrpersonen und sozialdiako­nischen Mitarbeitern herrscht», sagt Fricker. Wichtig bei der Besetzung sei, darauf zu achten, dass die ausgewählten Mitarbeiter gut zusammenarbeiten können.

Fricker hat vor kurzem ein neues Mandat als Beauftragter des Basel­bieter Kirchenrates angenommen. Die Zeit in Frick sei für ihn eine spannende gewesen, in dem er etwa erlebt habe, wie zur Führung die Verantwortung gehört. «Das hat mir einige schlaflose Nächte eingebracht, wenn ich darum gerungen habe, wie ich weiter vorgehen soll. Die Kirchgemeinde Frick wird er mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen. Lachend, weil die Kirchgemeinde wieder auf Kurs ist. Weinend, weil die Kirchgemeinde Frick «für mich ein Stück Heimat geworden und mir ans Herz gewachsen ist».

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Autor

Dennis Kalt

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