Es ist die faszinierende Harmonie der Farben, ineinanderfliessend, zerfliessend. Figuren, die scheinbar entstehen und wieder entschwinden und am Horizont Neues auftauchen lassen. Die kraftvollen, zarten Bildkompositionen der international bekannten und vielfach ausgezeichneten Malerin Nicole Schmölzer aus Pratteln sind voller Licht und Leichtigkeit, bringen die Fantasie zum Schwingen, lassen Geheimnisvolles entdecken und erfühlen – wie zum Beispiel auf einigen Bildern das lustvolle Eintauchen in einen herbstlichen Weinberg, in ein orientalisches Blütenmeer oder einen fröhlich zerspringenden Farbtropfen.

Am Dreikönigstag wurde die Ausstellung mit Bildern der Künstlerin zum Thema «Vom Werden und Sein ... und dem Dazwischen» im Rehmann-Museum eröffnet.

Geschäftsführerin Ute W. Gottschall betonte in ihrer kurzen Einführung an der sehr gut besuchten Vernissage, dass nicht nur beim Betrachten der Bilder ein intensiver Dialog entstehen kann, sondern auch in der besonderen Atmosphäre des Hauses zwischen der Malerei von Nicole Schmölzer und den Skulpturen von Erwin Rehmann und darüber hinaus am Eröffnungstag auch mit der Musik der freischaffenden Cellistin Sophie Lamberbourg aus Basel.

Lange Entstehung

Die Bilder der Künstlerin entstehen oftmals über einen sehr langen Zeitraum. Es ist ein nicht endenwollendes Gespräch zwischen Spürbarem, Wahrnehmbarem und Unfassbarem, eine langsame Entwicklung hin zur Vorstellung der abstrakten Qualität. Mehrschichtig werden nach und nach Öl- oder Tuschfarben aufgetragen, die dann Charakter, Materialität und Transparenz bis zur letzten Schicht erhalten, Sensibilität und Wechselwirkungen einfangen. Es ist ein Rhythmus mit ständig neuen Perspektiven.

«Das abstrakte Denken ist für mich ein wichtiges Thema, das mit den Fragen des persönlichen Lebens zu tun hat, mit Werten, die verfolgt werden, mit Vorstellungskraft und was eine Gesellschaft in Form von abstrakten Ideen, Konzepten und Grundsätzen wie Ethik und Nachhaltigkeit zugrunde legt», sind einige Überlegungen von Nicole Schmölzer zu ihrer Arbeit.

Strahlende Kompositionen

Ihre Kunstwerke sind strahlende, bunt ineinanderlaufende, teils übermütig wirbelnde Kompositionen, transparent und verdichtend, unbestimmbar ihre Dimensionen mit ständig anderen Strukturen oder markanten Begrenzungen – ein Werden und Vergehen im Kreislauf des Lebens.

Bereits mit sieben Jahren besuchte die heute 48-Jährige die Malschule in Pratteln, wo sie wichtige Grundlagen des Malens erlernte. Nach dem Studium der Kunst und Kunstpädagogik folgten Aufenthalte in Paris, Berlin, Basel und den USA. Dort lernte sie die unterschiedlichsten Kulturen kennen, tauchte in verschiedene Kunstfelder ein und entwickelte eine eigene Methode der Gestaltung und vielfachen Bearbeitung.