Am 23. September 2016 zerstörte ein zu hoch beladener Sattelschlepper die Fussgängerüberführung beim Schulhaus Burgmatt. Zuvor hatte die Passerelle 33 Jahre lang gewährleistet, dass Fussgänger die viel befahrene Winterthurerstrasse (K 130) sicher überqueren konnten. Nach dem Unfall, bei dem sich einzig eine Automobilistin leicht verletzte, handelte der Laufenburger Stadtrat rasch. Er liess ein Provisorium errichten. Ein Provisorium, das heute, zwei Jahre später noch immer in Betrieb ist.

Politisch sorgte die Passerelle in diesen zwei Jahren für einigen Gesprächsstoff. Erst favorisierte der Stadtrat einen Fussgängerstreifen mit Mittelinsel und Lichtsignalanlage, dann schwenkte er – auch unter dem Einfluss einer Petition mit über 100 Unterzeichnern – um und fasste einen Ersatz der Überführung ins Auge.

Kosten-Nutzen-Analyse läuft

An der Gemeindeversammlung im vergangenen Juni beantragte der Stadtrat letztlich 310 000 Franken, um die Passerelle zu ersetzen, legte allerdings kein konkretes Projekt vor, sondern wollte die Materialisierung erst nach einer Kosten-Nutzen-Analyse festlegen. Der Kreditantrag fand allerdings keine Mehrheit, dafür hiess der Souverän – im zweiten Anlauf – ein Rückweisungsantrag gut.

Trotz diesem Auftrag, das Projekt an der nächsten Gemeindeversammlung erneut vorzulegen, ist derzeit noch offen, ob das Geschäft an der nächsten Versammlung vom 16. November erneut vorgelegt wird, wie Stadtrat Christian Rüede auf Anfrage der AZ sagte. «Wir prüfen derzeit verschiedene Szenarien», so Rüede. Die Kosten-Nutzen-Analyse sei derzeit noch im Gang, Resultate lägen noch keine vor.

Die vier konkreten Varianten mit Kostenvoranschlägen, die der Stadtrat vor der letzten Gemeindeversammlung erarbeiten liess, liegen deshalb immer noch in der Schublade. Ob sie von dort überhaupt wieder hervorgeholt werden, ist laut Rüede derzeit noch nicht klar. Zu den Szenarien, die der Stadtrat prüft, gehören nämlich auch solche ohne neue Passerelle.

500 Franken wöchentlich

So ist im Stadtrat die bereits einmal verworfene Idee eines Fussgängerstreifens mit Lichtsignalanlage wieder ein Thema. «Zudem diskutieren wir auch die Möglichkeit eines Lotsendienstes, wie ihn andere Gemeinden kennen», so Rüede. Der Grund für die möglicherweise erneute Wende liegt laut Rüede in der vergangenen Gemeindeversammlung. «Es gab damals diverse Voten, die eine Passerelle generell infrage stellten.»

In den kommenden Wochen wird der Stadtrat entscheiden, ob und in welcher Form er das Geschäft an der kommenden Gemeindeversammlung traktandiert. Derweil kostet das Provisorium weiter Miete. Für die ersten acht Monate wurden für Aufbau und Miete pauschal 32 000 Franken verrechnet. Seither kostet die provisorische Passerelle wöchentlich 500 Franken – also bis jetzt weitere 32 000 Franken. Nicht auf sämtlichen Kosten bleibt die Stadt sitzen. Die Versicherung hat der Gemeinde Zahlungen in der Höhe von 45 000 Franken ausgerichtet.