Komitee: Das Volk will Tempo 30

In Oeschgen fordert eine Gruppe Bürger den Gemeinderat auf, das Votum der Stimmbürger endlich zu respektieren.

Hans Christof Wagner
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Die Oeschger sollen die Zeche zahlen für Probleme, für die sie gar nichts können. So bewertet das «Komitee pro Tempo 30 auf Oeschger Strassen» die aktuelle Debatte um die Verkehrsberuhigung im Dorf. «Dass Tempo 30 auf der Hinterdorfstrasse das Postauto derart ausbremst, dass es für die Anschlüsse an den Bahnhöfen Stein und Frick nicht mehr reicht, stimmt einfach nicht», sagt Komitee-Sprecher Marco Arnold.

Und tritt damit der Linie des Gemeinderates entgegen (die AZ berichtete). Dieser stellt bei der Gemeindeversammlung am Freitag den Antrag, dass im Abschnitt von der Postauto-Haltestelle Hinterdorfstrasse bis zum Dorfausgang Richtung Frick weiter Tempo 50 gelten soll. Damit würde die flächendeckende Einführung von Tempo 30 im Gemeindegebiet nordöstlich der Sissle nicht verwirklicht. Für diese hatte sich der Oeschger Souverän bei der Sommergmeind 2019 mit Mehrheit ausgesprochen. Jetzt fordert das Komitee den Gemeinderat auf: Setzt den rechtsgültigen Beschluss vom Juni 2019 endlich um.

«Die Verspätungen der Buslinie 134 zwischen Stein und Frick entstehen nicht in Oeschgen. Auch nicht mit Tempo 30», behauptet Arnold. Im Gegenteil: Auf Oeschger Boden könne das Postauto sogar Zeit wettmachen – wenn auch auf Tempo 50 bezogen. Der Bus sei aber auch mit 30 Kilometern pro Stunde nicht wesentlich langsamer: «Er gewinnt durch die Variante des Gemeinderats im besten Fall lediglich rund zwölf Sekunden», heisst es in einem Flyer, den die Gruppe derzeit in Oeschgen verteilt.

«Das Problem der zu knapp bemessenen Verbindungen der Buslinie 134 besteht seit Jahren, das ist nicht neu», sagt Arnold. Nicht neu sind auch die Bedenken seitens Postauto gegenüber Tempo 30 in Oeschgen. Ein auf der Website der Gemeinde selbst hochgeladenes Schreiben an den Gemeinderat vom September 2018 beweist es: «Eine Temporeduktion auf der ganzen Achse Mitteldorfstrasse–Hinterdorfstrasse würde den Fahrplandruck erhöhen und die Gefahr von Anschlussbrüchen steigern», heisst es darin.

Eine Argumentation, die Arnold und seine Mitstreiter nicht für stichhaltig halten. Sie fordern, dass sich stattdessen sämtliche Anrainergemeinden der Linie 134 mit Postauto Nordwestschweiz an einen Tisch setzen, um zu einer regionalen Lösung des Verspätungsproblems zu kommen.