Pippi Langstrumpf, Pinocchio, Alice im Wunderland oder Schneewittchen haben etwas gemeinsam: Sie alle wurden in den letzten 20 Jahren von den Stafikids auf die Bühne gebracht. Cécile Suter und Jacqueline Lenzin waren schon bei der Gründung des Kindertheaters dabei und sind noch heute im Leitungsteam.

Ebenfalls dazu gehört heute Lenzins Tochter Joe Anna. «Im Theaterverein Staffeleggtal gab es damals schon länger die Idee, ein Angebot für Kinder auf die Beine zu stellen», erinnert sich Cécile Suter. Für einen Auftritt an der Generalversammlung des Verbands Aargauischer Volkstheater starteten die Vereinsmitglieder 1998 dann einen Versuch – und ernteten allseits positive Reaktionen. «Da war für uns klar: Wir machen weiter», so Lenzin.

Und so haben sich die Stafikids in den letzten 20 Jahren etabliert. «Die Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren kommen aus dem Fricktal und dem Baselbiet», sagt Cécile Suter. Dieses Jahr stehen 23 Kinder auf der Bühne, beim grössten Stafikids-Jahrgang waren es gar noch zehn mehr. Die Verantwortlichen machen keine Castings, die Kinder werden meist durch Mund-zu-Mund-Propaganda auf das Angebot aufmerksam – und stehen oft mehrere Jahre auf der Bühne. «Die Zahl der Mitwirkenden ist seit Jahren stabil», so Suter.

Kreativität ausleben

Im ersten Halbjahr finden jeweils Theatertrainings statt. Es wird noch nicht an einem Stück gearbeitet, sondern improvisiert. «Die Kinder können so ihre Kreativität ausleben», sagt Lenzin. Dies bringe ihnen auch fürs Leben und für die Schule viel, ist sie überzeugt. «Sie können beim Theaterspielen viel über sich selber lernen, etwa Hemmungen abzulegen», betont sie. Rückmeldungen von Eltern bestätigten diese Ansicht.

Nach den Sommerferien folgt das eigentliche Erarbeiten des neuen Stücks, das im Herbst zur Aufführung kommt. Einmal pro Woche wird geprobt, gegen Ende der Probezeit wird es dann – auch mit Proben am Wochenende – noch intensiver. In dieser Phase merken Suter und Lenzin einen Unterschied zu den Anfängen. «Der Durchhaltewillen ist heute manchmal ein Problem», sagt Suter. Die Kinder hätte heute viel mehr Freizeitangebote und Ablenkung als früher, dadurch leide ab und an die Disziplin. Der Teamgedanke innerhalb des Ensembles helfe aber, dass alle Kinder das Projekt bis zu den Aufführungen durchziehen.

Externe Regisseurin engagiert

Wichtig für den Durchhaltewillen ist sicherlich auch die Identifikation mit dem Stück. «Wir fragen die Kinder immer wieder, was sie gerne spielen würden», sagt Cécile Suter. Gewünscht werde dabei meist kein konkretes Stück, sondern «etwas Humorvolles». Das Leitungsteam sucht dann ein Stück aus, das auch von der Anzahl der Rollen her, der Anzahl der Kinder entspricht. Oftmals hat Cécile Suter auch selber dem jeweiligen Stafikids-Jahrgang ein Stück auf den Leib geschrieben oder bekannte deutsche Märchen bearbeitet.

Im Jubiläumsjahr haben die Stafikids-Verantwortlichen mit Brigitte Schmidlin nun gar eine externe Regisseurin engagiert, da dem kleinen Team der zeitliche Aufwand ansonsten zu gross geworden wäre. Es gebe zwar viele freiwillige Helfer, die Kostüme nähen, das Bühnenbild anfertigen oder bei den Aufführungen helfen. Verstärkung fürs Leitungsteam zu finden, sei aber schwierig, so Suter. Deshalb habe man nun auf professionelle Unterstützung zurückgegriffen.

Brigitte Schmidlin leitete bereits die Theatertrainings im Frühjahr. Ihr Partner Kamil Krejčí hat das Jubiläums-Stück «D’Stafikids im Dschungelbuech» geschrieben, in dem bekannte Dschungelbuch-Charaktere wie Balou, Baghira oder Shir Khan auf neue Elemente treffen. «Man merkt, dass viele Kinder schon seit einiger Zeit Theater spielen», sagt Schmidlin, «und man spürt ihre Begeisterung.»

Begeistert sind auch Suter und Lenzin. Nicht nur vom neuen Stück, sondern auch von «ihrer» Regisseurin. «Wir können viel von ihr lernen», sind sich die beiden einig. «Es wäre schön, könnten wir die Regie künftig jedes Jahr an jemand Externen vergeben.» Dazu, dessen sind sich Suter und Lenzin bewusst, müssten aber die Sponsoringbemühungen deutlich intensiviert werden.