Premiere

«Kinder- und jugendfreundliche Gemeinde»: Als erste Fricktaler Gemeinde will Magden diesen Titel

Julian Terzetti, Carole Binder-Meury, Ismael Martinez und Cedric Wilhelm (v. l.) als Projektgruppe.

Julian Terzetti, Carole Binder-Meury, Ismael Martinez und Cedric Wilhelm (v. l.) als Projektgruppe.

Magden hält Mitarbeit und Mitverantwortung der jungen Leute für zentral. Nun will die Gemeinde ein Unicef-Prädikat.

«Durch das Unicef-Projekt möchten wir Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben», sagt die Magdener Gemeinderätin Carole Binder-Meury. Die Projektgruppe mit Julian Terzetti als Projektleiter, Carole Binder-Meury, Ismael Martinez und Cedric Wilhelm, der Gemeinderat sowie Vertreter der Unicef und der Onlineplattform engage.ch stellen das Projekt am Montag, 3. Februar, um 19 Uhr der Bevölkerung im Gemeindesaal vor und zeigen Möglichkeiten der Mithilfe auf.

Vorgehen für eine erfolgreiche Projektumsetzung

«Momentan befinden wir uns in der Phase der Partizipation», sagt Carole Binder-Meury. Im letzten Sommer wurden Institutionen und die Verwaltung dazu befragt, wo und wie ein kinderfreundlicheres Dorfleben möglich wäre. Bis im Sommer werden Primarschulkinder und die Magdener Oberstufenschüler, die in Rheinfelden zur Schule gehen, Wünsche und Ideen anbringen.

«Anschliessend werden wir einen Aktionsplan erstellen und uns auf ein bis zwei, maximal drei Projekte oder Aktionen konzentrieren.» Ziel sei es, diese bis spätestens Ende 2021 umzusetzen und endlich starten zu können. «Das Monitoring von Unicef ermöglicht uns, die Projekte über einen längeren Zeitraum zu evaluieren.» Sowohl der Gemeinderat als auch die Primarschulleiterin Karin Stuke stehen hinter dem Projekt.

«Ein grosser Wunsch wären Projekte, bei denen Jung und Alt einander kennen lernen, zusammen etwas machen und von einander profitieren», schildert Carole Binder-Meury. Andererseits wünsche sie sich ebenfalls einen einfachen Kommunikationskanal, so dass die jungen Menschen ihre Anliegen und Fragen an die Verwaltung oder an den Gemeinderat jederzeit deponieren können.

«Es ist wichtig, Kinder und Jugendliche so gut wie nur möglich ins Dorfleben einzubinden, sie im Boot zu haben», sagt die Magdener Gemeinderätin Carole Binder-Meury. Durch die überschaubare Dorfgrösse hätten die Magdenerinnen und Magdener zwar die Chance, viele der Jugendlichen zu kennen.

Auch ermögliche die hohe Anzahl an Vereinen eine vielfältige Freizeitbeschäftigung und leiste gleichzeitig eine hervorragende Prävention. «Tendenz ist jedoch heute, dass jeder etwas für sich macht und viel Zeit am Handy verbringt, zum Beispiel mit Gamen.»

«Partizipation, die aktive Teilnahme am Zusammenleben, sollte man von Kindesbeinen an lernen», betont Projektleiter Julian Terzetti. Durch seine Funktion als Schulsozialarbeiter in Magden weiss er, dass schon kleinere Kinder im Kindergarten lernen können, eine eigene Meinung zu bilden, zu dieser zu stehen und sie anderen anschliessend überzeugend mitzuteilen.

Während der 31-jährige Basler in Kindergartenklassen bei Partizipationsprojekten methodisch meist mit Bildern arbeitet, leitet er zusammen mit einer Lehrperson an der Primarschule den Demokratischen Magdener Schülerrat, kurz DMS-Rat. Jede Klasse ernennt eine(n) Delegierte(n) und eine(n) Vizedelegierte(n), die sich regelmässig im DMS-Rat treffen und sich über aktuelle Wünsche, Ideen und Probleme austauschen.

Die Jugendlichen bewusst ansprechen und abholen

Magdens Jugendliche besuchen entweder die Oberstufe in Rheinfelden oder eine andere weiter entfernte Schule. Neben Vereinen steht ihnen mehrmals wöchentlich ein Jugendraum zur Verfügung. Mitte Februar wird sich eine Projektgruppe bewusst den Anliegen der Jugendlichen widmen, um auch sie ins «Unicef-Boot» zu holen.

Nicht nur Mitarbeit, sondern auch Mitverantwortung der jungen Menschen hält Carole Binder-Meury, Präsidentin der Magdener Jugendkommission, für zentral. Vor einem Jahr setzte sie sich für mobile Jugendarbeit ein, die das Littering erfolgreich reduzieren konnte.

Meistgesehen

Artboard 1