Fricktal

Keine Entwarnung: die Grippewelle hält sich hartnäckig

10 Prozent der Patienten auf der nahezu vollen Bettenstation im Spital Laufenburg leiden aktuell an Grippe. (Symbolbild)

10 Prozent der Patienten auf der nahezu vollen Bettenstation im Spital Laufenburg leiden aktuell an Grippe. (Symbolbild)

Noch immer gibt es in der Region Fricktal viele Grippefälle – besonders betroffen sind dieses Jahr dabei die Kinder. Auffällig ist die lange Krankheitsdauer.

In der vergangenen Woche hat es in der Schweiz hochgerechnet 295 Grippefälle auf 100 000 Einwohner gegeben, dies geht aus dem Lagebericht zur saisonalen Grippe des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) von dieser Woche hervor.

Erstmals seit dem Winter 2003/04 habe es diese Saison eine mehrgipflige Epidemie mit den Höhepunkten in der zweiten und vierten Woche dieses Jahres gegeben. Aktuell sei der Trend jedoch – ausser bei Kindern bis vier Jahren – sinkend, so das BAG weiter.

In der Region gibt es allerdings noch keine Entwarnung. Raphael Widmann, Präsident des Fricktaler Hausärztevereins und Kinderarzt in der Praxis Villa Vesta in Rheinfelden, sagt: «Wir merken noch kein Abflauen der Grippewelle.

Es gibt nach wie vor viele Fälle mit Grippesymptomen.» Und Miriam Crespo, Sprecherin des Gesundheitszentrums Fricktal (GZF), sagt: «Aufgrund unserer Beobachtungen auf der Notfall- und Bettenstation könnten wir uns derzeit im Peak der Grippewelle befinden.» Es sei aber noch zu früh, um diesen eindeutig festzustellen.

Seit Jahresbeginn wurden in Rheinfelden zehn Grippefälle im Januar und bisher zwölf im Februar festgestellt. In Laufenburg waren es laut Crespo bisher zehn bewiesene Grippefälle. «Dies entsprach einem Anteil von 5 bis 6 Prozent aller stationär behandelten Patienten.»

Aktuell sind in Laufenburg 3 von 31 Patienten erwiesenermassen an Influenza erkrankt – «also 10 Prozent aller Patienten bei nahezu voller Belegung der Bettenstation», so Crespo. In Rheinfelden wurden seit Montag drei Grippefälle festgestellt.

Lange Krankheitsdauer

Aussergewöhnlich stark betroffen sind in dieser Grippesaison Kinder zwischen 0 und 4 Jahren. «Der Virenstamm hat sich offenbar so verändert, dass die eigenen Abwehrkräfte der Kinder zu wenig wirksam sind», so Raphael Widmann.

Auffällig sei auch die lange Krankheitsdauer, so Widmann weiter. «10 bis 14 Tage sind keine Seltenheit», sagt er. «Oft verläuft die Grippe auch in Schüben.» Sie flache nach einigen Tagen ab und kehre dann nochmals heftig zurück.

Widmann empfiehlt Eltern, einen Arzt aufzusuchen, wenn die Symptome lang anhalten und hohes Fieber auftritt. «Denn bei Kindern treten bei einer Grippe oft noch Komplikationen wie Mittelohrentzündungen oder bakterielle Infektion auf.»

Der Kinderarzt rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Grippewelle. Nach den Ferien werde die Zahl der Fälle wohl nochmals ansteigen, sagt er. In der Kita oder im Kindergarten sei das Risiko einer Ansteckung höher, da dort viele Kinder den ganzen Tag zusammen seien.

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