Frick
Kaum einer hats gemerkt: Seit 1950 prangt ein «falsches» Wappen am Gemeindehaus

Das Fricker Wappen am Gemeindehaus ist eine «Fälschung». Da stellt sich die Frage: Wird die Gemeinde dieses "falsche" Wappen anpassen?

Thomas Wehrli
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Das Fricker Wappen in der Darstellung von Kunstmaler Otto Plattner. Archiv

Das Fricker Wappen in der Darstellung von Kunstmaler Otto Plattner. Archiv

Sophie Ursprung

Da laust einen ja der Fuchs! Seit 1950 prangt das Bild des urchigen Bauern mit Sense und dem Fricker Wappen am (inzwischen ehemaligen) Gemeindehaus. Und kaum einem fiel bislang auf, dass der Fuchs gar nicht der Fricker Fuchs ist, dass sich hier ein falscher Fuchs ins Zentrum der Fricker Macht eingeschlichen hat. Denn hält man das offizielle Wappen, 1931 so festgeschrieben, neben das Gemälde von Kunstmaler Otto Plattner, so springen einen die Unterschiede förmlich an. Andere Tatzen, andere Körperhaltung, andere Lunte, anderer Kopf, kurz: anderer Fuchs.

Das Wappen von Frick

Das Wappen von Frick

ZVG

Schnell zum Telefon gegriffen, die Nummer von alt Gemeindeschreiber Heinz Schmid, dem historisch-kommunalen Gewissen des Dorfes, gewählt. «Schmid?», tönt es am anderen Ende der Leitung. Kurz die Fakten geschildert, kunstvolle Pause gemacht, dann nachgefragt: «Und? Was sagen Sie?» Zuerst einmal – nichts. Dann ein Schmunzeln (so hört sich das zumindest durch das Telefon an). Der Fuchs sei nie ein Thema im Gemeinderat gewesen, sagt Schmid, er habe aber stets zu gefallen gewusst. «Der Künstler hat sich in seiner künstlerischen Freiheit entschieden, den Fricker Fuchs zu adaptieren», sagt er dann. Es sei einfach eine etwas andere Darstellung. Dann muss Schmid doch lachen. «Wir haben in der Gemeinde eben verschiedene schlaue Füchse», fügt er an.

Ganz ähnlich urteilt Historiker Linus Hüsser, auf dessen Gutachten hin das Gemälde beim Umbau des Gebäudes nicht entfernt, sondern renoviert wurde. «Es ist legitim, dass der Künstler sich die Freiheit genommen hat, das Wappen zu interpretieren», sagt er. Gerade in älteren Darstellungen finde man häufig Abweichungen zu den heraldisch korrekten Zeichnungen.

Anruf bei der Gemeinde. Ist man sich hier des falschen Fuchses überhaupt bewusst? Oder hat der Fuchs, der schlaue, alle übertölpelt? Nein, sagt Gemeindeammann Daniel Suter. Man wisse um die «Fälschung». Er findet es «schlicht eine gute Idee, den Fuchs einmal nicht stur nach heraldischen Vorgaben zu zeigen». Denn die Heraldik sei oft eng in ihren Vorgaben. «Dies muss einen guten Künstler ja geradezu herausfordern.»

Eine Frage stellt sich da aber unweigerlich: Ist Frick ein falscher Fuchs?

Daniel Suter: Der Fuchs passt doch sehr gut zu Frick: Der Fuchs ist ein schlaues, widerstandsfähiges und sehr anpassungsfähiges Tier.

Welcher Fuchs gefällt denn besser?

Über Geschmack lässt sich streiten. Es gehört zur Freiheit des Gemeinderats, das Urteil dem Betrachter zu überlassen.

Der Fuchs auf dem Wandbild zeigt kräftig die Krallen. Ist das das Motto der neuen Legislaturperiode?

Das Motto der neuen Legislatur wird zusammen mit dem neu gewählten Mitglied im neuen Jahr festgelegt. Es ist jedoch sicher nicht falsch, wenn der Gemeinderat sich auch in der neuen Legislatur mit Biss und Krallen für das Wohl der Bevölkerung und eine gute Entwicklung der Gemeinde einsetzt.

Deutlich unterscheidet sich die Lunte; einmal bauschig nach oben, einmal angriffig gestreckt. Was passt besser zur Gemeinde?

Es passt doch beides! Die beiden unterschiedlichen Lunten sind für die Vielseitigkeit und Stärken der Gemeinde Frick als Zentrum zu sehen.

Hat der Wandbild-Fuchs Chancen, Fricker Wappen zu werden?

Das Wappen hat eine andere Aufgabe als ein künstlerisches Wandbild und darf daher schlichter wie auch heraldisch korrekt daherkommen. Es besteht deshalb kein Bedarf, das Wappen anzupassen.

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