Kaisten will stärker verdichten

Gemeinderat informiert rund 90 Einwohner über die Gesamtrevision der Nutzungsplanung.

Horatio Gollin
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Nach 30 Jahren unterzieht Kaisten die Nutzungsplanung einer Gesamtrevision. Auf einer Informationsveranstaltung rief Gemeinderat Oliver Brem die Bevölkerung zur Mitwirkung auf. Das Mitwirkungsverfahren läuft bis 31. Oktober.

Zur Durchführung der Informationsveranstaltung zur Gesamtrevision der Nutzungsplanung hatte die Gemeinde coronabedingt ein Schutzkonzept erstellt. In der Sporthalle Hofstatt standen 180 Stühle. So konnten die Besucher Abstand voneinander wahren. Es füllte sich rund die Hälfte der Plätze.

Die Veranstaltung war ursprünglich für den März geplant, musste aber wegen der Coronapandemie um ein halbes Jahr verschoben werden. «Einen positiven Effekt hat das. Die kantonale Vorprüfung liegt jetzt schon vor», meinte Brem.

Generell seien Nutzungsplanungen auf 15 bis 20 Jahre ausgelegt, sagte Brem. Die letzte Gesamtrevision in Kaisten war 1990 und in Ittenthal 1992 und damit noch vor der Gemeindefusion von 2013. Auch gesetzliche Änderungen erforderten die Überarbeitung der Nutzungsplanung. Mit der Gesamtrevision sollten der Ortskern Kaisten als lebendiges Dorfzentrum sowie Ittenthal und Oberkaisten als Wohnorte mit Geschichte gestärkt werden.

Neue Unterteilung in zwei Dorfkernzonen

Anstelle der bisherigen Dorfkernzone, die alle drei Ortskerne umfasste, wird eine neue Unterteilung in zwei Dorfkernzonen gemacht. Die erste Zone richtet sich nach den bestehenden Bestimmungen. Die zweite Zone dient der baulichen Erneuerung und Entwicklung im Umfeld des Dorfkerns. Mischzonen ausserhalb des Dorfkerns sollen reduziert, Grünflächen und Obstgärten gesichert werden.

Als Schlüsselgebiete führte Brem die Entwicklungsgebiete Rüttene, Eichmatt, Weihermatt und Unterdorfstrasse an, in denen mit Gestaltungsplanpflicht auch eine Arealüberbauung möglich sein soll. Die Arealüberbauung soll schon ab einer Fläche von 1500 Quadratmetern zugelassen werden und in den Wohnzonen W2b und W3 als Anreiz für die Bauherren ein zusätzliches Vollgeschoss anstelle eines Attikageschosses möglich sein.

Nach Überprüfung aller Bauzonenreserven wurden Brem zufolge zwei Hektaren Wohnzonen den Nichtbauzonen und Grünzonen zugewiesen. Mit Stand Ende 2019 verbleiben der Gemeinde noch 7,4 Hektaren Reserven an Wohn- und Mischzonen. Gewerbe- und Dienstleistungsangebote sollen in der Arbeitszone und den Dorfkernzonen konzentriert werden. Hier führte Brem das Arbeitsplatzgebiet Hartmatt als Entwicklungsschwerpunkt von regionaler Bedeutung an. Die Gemeinde verfügt zudem noch über eine Reserve von 1,4 Hektaren für öffentliche Bauten und Anlagen.

Mitwirkungsverfahren noch bis 31. Oktober

Das Mitwirkungsverfahren läuft bis 31. Oktober. Als Ziel der Mitwirkung nannte Brem, die neue Nutzungsplanung in Kaisten breit abzustützen.

Andrea Gammeter vom Planungsbüro Planar führte aus, dass auch eine digitale Mitwirkung via Internet möglich sei. Drei Arten der Stellungnahme seien möglich: Nutzer können zu einzelnen Paragrafen Stellung beziehen, direkt auf den Plänen Anregungen vermerken oder eine allgemeine Rückmeldung geben.

Der Kritik eines Besuchers, dass der abgesteckte Rahmen kaum Mitwirkung ermögliche, widersprach Brem. «Wir schauen das an. Sich nicht einzubringen, wäre der falsche Weg.»