Kaisten

Jugendarbeit im Umbruch: Was wollen Jugendliche eigentlich in ihrer Freizeit?

Jugendliche schätzen Freizeitangebote. AZ Archiv

Jugendliche schätzen Freizeitangebote. AZ Archiv

Ursprüngliche wollte man bei der offenen Jugendarbeit Sisslerfeld mitmachen,, aber der geografische Anschluss fehlte. Nun will die Jugendkommission in Kaisten in nächster Zeit abklären, welche Richtung die Jugendarbeit nehmen soll.

Was wollen Jugendliche in ihrer Freizeit? Wo wollen sie sich treffen? Was ist ihnen für diese Treffs wichtig? Fragen, mit denen man sich in Kaisten schon längerem befasst. Dafür wurde auch eine Jugendkommission ins Leben gerufen. Es fanden Besprechungen, Planungen, Bedarfsabklärungen und auch ein Workshop statt. Erkenntnisse daraus können für die laufenden Abklärungen verwendet werden, manches muss neu aufgegleist werden.

«Ursprünglich bestand die Idee, bei der offenen Jugendarbeit Sisslerfeld mitzumachen», blickt der für die Jugendarbeit zuständige Gemeinderat Willy Burkhalter zurück. Nachdem sich aber bei der Jugendarbeit Sisslerfeld Ende 2014 neben Stein nur noch Münchwilen für ein Mitmachen und Eiken sowie Sisseln dagegen entschieden hatten, machte diese Variante keinen Sinn mehr für Kaisten. Durch das Ausscheiden dieser beiden Gemeinden hätte der geografische Anschluss gefehlt.

«Wir haben das Projekt deshalb letztes Jahr etwas zurückgestellt», so Burkhalter. Frau Gemeindeammann Franziska Winter führt weiter aus, dass die Gemeinde etwas in der Region machen wolle und nicht nur für das Dorf alleine. Vorstellbar sei eine Zusammenarbeit mit Sisseln wie auch mit Laufenburg. Die Fühler in Richtung Laufenburg wurden bereits ausgestreckt.

Dort befinde man sich in den Abklärungen mit den Jugendverantwortlichen auf deutscher Seite, erklärt der Laufenburger Vizeammann Meinrad Schraner. Die beiden Städte beidseits des Rheins spannen bei der Jugendarbeit schon seit mehreren Jahren zusammen. «Nächste Woche hat der Jugendausschuss Sitzung. Dann wird das weitere Vorgehen vereinbart», zeigt Schraner den nahen Zeithorizont auf.

Neue Situation an der Schule

Veränderungen, insbesondere bei der Schullandschaft, machen in Kaisten neue Bedarfsabklärungen notwendig. Seit diesem Sommer besuchen die Oberstufenschüler des Dorfes das Oberstufenzentrum in Laufenburg. «Wir müssen nun herausfinden, wie die Jugendlichen sich künftig in ihrer Freizeit organisieren, wo sie sich aufhalten», so Burkhalter. Dass der Schulstandort dabei ausschlaggebend sein kann, zeigte sich, als die Sissler Schüler die Oberstufe in Kaisten besuchten. Die jungen Leute hielten sich auch vermehrt in der Freizeit in Kaisten auf.

Wie will man die Bedürfnisse der jungen Leute erfahren? Um genau diese Frage dreht sich die kommende Sitzung der Kaister Jugendkommission. Dieser gehören auch Jugendliche an, sie sind das Bindeglied zu ihren Altersgenossen. Willy Burkhalter kann sich durchaus vorstellen, dass eine Umfrage zu Erkenntnissen führt.

Kaisten sieht sich in der glücklichen Situation, mit dem aktiven Verein Rendez-Vous (Schüler der 6. Klasse und Oberstufe) und mit dem neugegründeten Jugendverein (ab 16 Jahren) bereits etwas für die Dorfjugend bieten zu können. Burkhalter könnte sich deshalb auch vorstellen, dass alle Jugendorganisationen im Dorf gemeinsam ein- bis zweimal jährlich etwas organisieren.

Im Gebiet Boll stand den jungen Leute lange ein umgebauter Container – die «Box» – als Aufenthaltsort zur Verfügung. Als diese nicht mehr instand zu stellen war, fehlte dieser Treffpunkt. Willy Burkhalter erklärt, dass für die Jugendarbeit noch Geld im Budget 2015 vorhanden sei. Eine Idee ist nun, den Jugendlichen am ehemaligen Box-Standort ein auf zwei Seiten offener Unterstand zur Verfügung zu stellen. Das wird nun auch in der Jugendkommission besprochen und muss auch noch vom Gemeinderat abgesegnet werden. Für Burkhalter ist ganz wichtig: «Wenn wir immer nur reden, dann geht nichts.»

Raum für das Rendez-Vous

Mit dem Umbau der unteren Turnhalle im Schulhaus verliert der Verein Rendez-Vous seinen Treffpunkt. Eine temporäre Lösung zeichnet sich mit dem Chalet, dem Lokal des neugegründeten Jugendvereins, ab. Diese Lösung braucht es, bis der neue Dreifachkindergarten gegenüber der Schule gebaut ist. Hier steht zurzeit noch ein altes Schulgebäude.

Es wird nur oberirdisch abgebrochen. Der Keller bleibt bestehen. «In diesem Keller hat es einen Raum, den wir dem Rendez-Vous zur Verfügung stellen können. Es wird auch noch eine Toilette eingebaut», erklärt Franziska Winter. Ein grosser Vorteil des künftigen Rendez-Vous-Vereinslokals ist, dass es über einen separaten Ausseneingang verfügen wird.

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