Swissgrid

Jetzt kommt das Baurecht ins Spiel

Axpo will das Swissgrid-Gebäude verkaufen. Ein Verkauf des umliegenden Geländes hingegen steht nicht zur Debatte. Susanne Hörth

Axpo will das Swissgrid-Gebäude verkaufen. Ein Verkauf des umliegenden Geländes hingegen steht nicht zur Debatte. Susanne Hörth

Die Axpo will das Swissgrid-Gebäude verkaufen – was mit dem Land passiert, ist noch offen. Die Gemeindebehörden fühlen sich vor den Kopf gestossen. «Ich finde es schade», sagt der Kaister Gemeindeammann Josef Amsler

Die Enttäuschung war riesig bei den Gemeindevertretern von Laufenburg und Kaisten. Zweimal hatten sie sich mit Vertretern von Swissgrid, von Kanton und Regionalplanung und von der Axpo getroffen, um über die Zukunft des Swissgrid-Areals zu beraten.

Im Zentrum der Diskussionen: Das Swissgrid-Gebäude und umliegendes Land, welches im Besitz der Axpo ist.

Ein zweites Sisslerfeld?

Nur zu gern stellten sich die Laufenburger und Kaister Behörden ein Industrieareal nach Vorbild des Sisslerfelds (Sisseln, Eiken, Münchwilen und Stein) vor. Die grossen frei liegenden Flächen in der Industriezone und die gute Anbindung an die Autobahn – das Potenzial des Areals sei gross, sagt der Laufenburger Stadtammann Rudolf Lüscher.

Nach zwei Sitzungen aber beschloss die Axpo, nicht mehr länger in der Arbeitsgruppe mitzumachen und teilte dies in einem Brief den anderen Beteiligten mit.

Stattdessen will Axpo das Swissgrid-Gebäude verkaufen – und zwar so schnell, wie möglich. «Unsere Absicht ist es, baldmöglichst einen Käufer zu finden, der die Immobilie nutzt und damit wieder Arbeitsplätze für die Region schafft», schreibt Pressesprecherin Daniela Biedermann in einer Stellungnahme.

Die Gemeindebehörden fühlen sich vor den Kopf gestossen. «Ich finde es schade», sagt der Kaister Gemeindeammann Josef Amsler, «Der Rückzug der Axpo hilft uns in der Planung nicht weiter.» Im Gegenteil: Mit dem Grundeigentümer fehlt in den Verhandlungen nun eine der wichtigsten Parteien.

Swissgrid hat Baurecht

Die Gemeinden interessiert dabei vor allem die Zukunft der frei liegenden Flächen in Industriezone, die der Axpo gehören. Diese befinden sich laut Axpo im Baurecht der Swissgrid.

«Ein Verkauf steht demnach nicht zur Diskussion», sagt Pressesprecherin Biedermann. Beim Teil des Landes, auf dem die Masten der Hoch- und Höchstspannungsleitungen stehen, handelt es sich um Landwirtschaftszone, die in Pacht von einem Landwirt bewirtschaftet wird.

Der Weg zum zweiten Sisslerfeld im Fricktal führt für die Gemeindebehörden demnach zunächst über die Swissgrid, welche bei ihrem Wegzug das Baurecht abtreten könnte. Dort verweist man auf die laufenden Gespräche mit den beteiligten Parteien.

«Wir suchen nach Ideen für den Standort Laufenburg. Für genaue Informationen ist es aber noch zu früh», sagt Thomas Hegglin, Medienverantwortlicher bei Swissgrid.

Klar ist für Stadtammann Lüscher zurzeit, dass das Weiterführen der Arbeitsgruppe ohne das Mitwirken der Axpo keinen Sinn macht. Auch Swissgrid würde es «grundsätzlich begrüssen, wenn Axpo in der Begleitgruppe weiterhin mitarbeiten würde», wie Hegglin sagt.

Lüscher will die Hoffnung nicht aufgeben: «Vielleicht ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.»

Und immerhin: Die Axpo besteht zwar auf dem Rückzug aus der Arbeitsgruppe, aber: «Wir sind wie Laufenburg daran interessiert, Arbeitsplätze in der Region zu erhalten und werden deshalb auch weiterhin den Kontakt mit der Stadt suchen», sagt Biedermann.

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