Mit Power und «Emotions» (Fritz Rickli) starteten die Musikanten in den Abend, um danach gleich den ersten Ausflug in den Süden Italiens nach Pompeji zu unternehmen, jene historische Stadt, die 79 n. Chr. vollständig durch den Vulkanausbruch des Vesuv zerstört wurde.

Der Schweizer Komponist Mario Bürki setzte diesem Ereignis mit seinem gleichnamigen Werk ein musikalisches Denkmal. Dramatisch malte das Ensemble die Überfahrt von Attilius nach. In Form eines neapolitanischen Liedes wird das farbenfrohe, pulsierende Leben in der Stadt skizziert. Dissonant mit markanten Trommelwirbeln kündigt sich der Vulkanausbruch an, leise und düster der Tod überall.

Es wurde eng auf der Bühne

Durchatmen durften die Besucher beim «Swiss-Ländler» vom gleichen Komponisten mit dem herrlich klangschönen Solo der beiden Trompeter Christoph Köchli und Martin Näf.

Erst vor 18 Monaten fanden sich unter der Leitung von Jochen Weiss 26 Erwachsene zusammen, die bis dahin noch nie ein Instrument erlernt hatten. Was sie in der kurzen Zeit schon drauf haben, stellten sie gemeinsam mit der Musikgesellschaft auf das Eindruckvollste unter Beweis. Fulminant der Klangkörper von fast 60 Musikanten, da war es schon arg eng auf der Bühne. Sie spielten solch herrliche Ohrwürmer wie das «La Cucaracha» nach einem südamerikanischen Volkslied über eine besoffene Küchenschabe oder das 1965 geschriebene «Yesterday», diese einmalig schöne Ballade der Beatles über eine verlorene Liebe.

Weiter ging es in die Heimat des Komponisten John Moss an den Michigansee, wo sich alle eine frische Brise auf der Seebrücke um die Nase wehen lassen durften. Für diese Darbietungen erhielt die Bläsergruppe viel Applaus. Eine berührende Mischung aus Fröhlichkeit und Melancholie vereint sich im Stück «A Klezmer Karnival» (Philip Sparke). In diesem abwechslungsreichen, stimmungsvollen Konzertwerk gelang es dem Ensemble aufs Beste, die drei traditionellen Tänze – Hochzeits-, Rund- und Scherentanz – rasant und fröhlich umherwirbelnd zu interpretieren.

Mitreissende «Muppets»

Wer kennt ihn nicht, den bedenklich Schiefen Turm von Pisa, 1173 auf morastigen Boden als Glockenturm errichtet? Jacob de Haan symbolisiert in seinem gleichnamigen Musikstück die drei Glocken dieses Turms, melodisch, wuchtig, hell. Lässt im Finale viele Orchester am Fusse des Bauwerkes fröhlich feiern.

Schaurig schön war das Medley verschiedener Melodien aus gruseligen Filmen (Danny Elfman), einfach mitreissend danach die verrückten Possen der «Muppets» um Frosch Kermit und all den anderen Puppen in der zum Kult-Hit gewordenen Titelmelodie von Jim Henson. Lustvoll schmetterte das Orchester «Jetzt tanzen alle Puppen . . .», der Schlagzeuger haute dabei ordentlich auf die Pauke.

Richtig geschwelgt werden durfte noch einmal bei den beiden Zugaben «Disparcito» und «Liberty Bell». Durch das Programm führte Posaunist Uwe Sahmer.