Frick
In der Brocki gibt es noch Raritäten auszugraben

Warum locken Brockenstuben vor allem in der Vorweihnachtszeit viele Besucher an? Die az ging in Frick dieser Frage nach. Fazit: Die beiden Brockis bieten ein unerschöpfliches und preiswertes Sortiment von gebrauchten Alltagsutensilien.

Werner Hostettler
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Wer sich zudem genügend Zeit für das Durchstöbern der riesigen Schnäppchen-Wundertüten einplant, der wird garantiert die eine oder andere Rarität «ausgraben». So eben auch in Frick, wo derzeit sowohl in derjenigen des örtlichen Frauenvereins als auch im privat geführten Brockoli die speziell gestalteten «Weihnachtsabteilungen» das Interesse der zahlreichen Besucher auf sich ziehen.

Die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Erika Oesch und Johanna Berger von der Frauenverein-Brocki freuen sich denn auch: «Wir sind nicht nur sehr zufrieden mit dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft, wir dürfen auch ganz allgemein auf ein gutes Jahr zurück blicken.»

Freude bereiten

Seit Jahren schon stöbert auch Anita Mayer aus Zeihen in den Brockis herum; so auch am Wochenende im alten Fricker Feuerwehrmagazin, wo sie der az verriet: «Es ist dies mein grosses Hobby und was ich hier erstehe, verwende ich für einen guten Zweck.» Oder anders gesagt bereitet die Fricktalerin damit Leuten eine Freude, die «nichts haben oder sich nichts leisten können.» So wie eben mit den erworbenen prächtigen Christbaumkugeln und den wunderschönen Kerzen.

Anderen Mitmenschen via Brocki eine besondere Freude zu schenken, ist auch die Idee von Denise Riva aus Frick; sie brachte einen Teil ihrer hell glitzernden Weihnachtsdekoration ins Brockoli und erklärte: «Es muss nicht immer Silber sein. Ich möchte aber den Schmuck nun nicht einfach in einer Schachtel verstauben lassen, sondern habe ihn hierher gebracht in der Hoffnung, anderen Menschen damit eine Freude schenken zu können.»

Warum mehr bezahlen?

Ruth Nondjock vom Brockoli freut sich natürlich über solche Besuche: «Es ist wie bei einem Adventskalender, wo man nicht weiss, was hinter dem Türchen zum Vorschein kommt. So ist es auch bei uns, wir wissen nie, was reinkommt und erleben daher praktisch tagtäglich eine neue Überraschung.» Eine solche erlebte am Samstag auch das Ehepaar Ester und Herbert Schweizer aus dem Berner Oberland, das zu Besuch in Frick weilte: «Im Brockoli fanden wir wunderschöne Christbaumkugeln, für die wir dreimal weniger bezahlten, als wir dies für die gleichen Kugeln am Weihnachtsmarkt in Strassburg, hätten tun müssen.»

Für Brocki-Kundin Claudia Hallwyler aus Sisseln ist denn auch klar:»Warum anderswo viel mehr zahlen, wenn man doch hier so schöne und noch gar nie verwendete Sachen zu einem wirklich fairen Preis bekommt. Zudem ist es doch so, dass man die gleiche Dekoration nicht ewig verwendet und auch mal Lust auf neue Farben hat.»

Und es wird munter weiter gestöbert

Sehr gefragt sind in den beiden Fricker Brockis auch dieses Jahr wieder die Engel in allen Variationen und Grössen. Ein Fricker Rentner hatte dabei besonderes Glück, er entdeckte inmitten von Weihnachtsartikeln verschiedenster Art zwei süsse kleine Engelchen: «Meine Frau hat grosse Freude an Engeln, und diese beiden hat sie ganz bestimmt noch nicht.» Dem war auch so, und der Gattin wurde damit dank Brocki eine vorweihnächtliche Überraschung beschert.

Die junge Dame allerdings, welcher der Rentner die beiden kleinen Raritäten praktisch vor der Nase wegschnappte, zeigte sich leicht enttäuscht: «Wenn ich mich nicht so lange mit dem Studium der Weihnachtsbücher befasst hätte, dann würden die beiden süssen Engelchen jetzt mir gehören. Dann stöbere ich eben weiter herum, bis sich mein Engeltraum irgendwann in der einen oder anderen Brocki doch noch erfüllt.»