Manu-L
«Immer gross geträumt»: Aargauer Sänger für Swiss Music Awards nominiert

Der Magdener Sänger Manu-L ist mit seinem Freund DJ Remady für die Swiss Music Awards nominiert, und zwar in der Kategorie Best Hits. Die Nomination ist nicht die erste.

Nadine Pfeifer
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Die eigene Plattensammlung gibt es nicht mehr nur «in his dreams».

Die eigene Plattensammlung gibt es nicht mehr nur «in his dreams».

NPF

Emanuel Gut ist auf dem Boden geblieben, obwohl er seine eigenen Platten an der Wand hängen hat. Der 31-jährige Sänger, besser bekannt als Manu-L, ist mit DJ Remady und dem Song «In My Dreams» für die Kategorie Best Hit der Swiss Music Awards am kommenden Freitag nominiert. In seinem Haus in Magden, in dem er aufgewachsen ist, hat er sich ein eigenes Studio eingerichtet. Er fühlt sich im Fricktal zu Hause.

Nach seiner Lehre zum Speditionskaufmann hat es ihn für eine Weile in die Region Basel und Agglomeration gezogen. Dort hat er als Musiklehrer gearbeitet. «Plötzlich hatte ich vierzig Schüler. Ich glaube, ich war der Einzige, der damals Popgesang unterrichtet hat.» Er lieh dann einigen Discjockeys, zum Beispiel DJ Antoine, seine Stimme.

Auch Remady hat ihn zuerst nur einmalig als Sänger für den Song «No Superstar» gebucht. Dieser wurde vor allem in Dänemark ein grosser Hit und Remady überredete ihn zu einer gemeinsamen Tour durch die Clubs von Dänemark. Seither arbeiten sie eng zusammen und treten sowohl in der Schweiz als auch im Ausland in diversen Clubs auf. «Es hat sich eine tolle Freundschaft entwickelt.»

Die beiden Freunde sind nun bereits das zweite Mal für die Swiss Music Awards nominiert. Das letzte Mal wurde ihnen der Preis von der Band Pegasus weggeschnappt. Dieses Risiko besteht auch am kommenden Freitag, 27. Februar. Emanuel schmunzelt: «Also diesen Preis könnten sie uns jetzt gewinnen lassen, sie sind ja noch in einer zweiten Kategorie nominiert.» Alles in allem geht er aber ohne Erwartungen an die Preisverleihung und wirbt auch nicht um Votes bei seinen Fans. «Wir machen einfach Musik, die uns gefällt. Natürlich freut es uns umso mehr, wenn sie auch anderen gefällt. Die Auszeichnung ist eine schöne Bestätigung dafür.»

Von Basel ist er 2012 zurück nach Magden gekommen. Weg von der Stadt, obwohl er vor allem in Clubs auftritt. «Für das Musik-Business wäre Zürich der einzig sinnvolle Wohnort gewesen», erklärt er. Doch das Verlangen, in die grosse Stadt zu ziehen, verspürte der Künstler nie. Sein Zuhause war schon immer «diese Seite der drei Tunnels», wie er gerne sagt. Als ehemaliger Kurier des Pizza-Taxis in Möhlin (zu Zeiten, als es noch keine Navis gab) kennt er die Region und die Region kennt ihn. Nicht nur als erfolgreichen Sänger: «Die Magdener haben mich immer noch als den Bub in Erinnerung, der Streiche gespielt hat.» Er fügt aber rasch an: «Also nicht, dass ich viel ‹Seich› gebaut hätte.»

Obwohl die Leute stolz sind, einen bekannten Musiker in ihrer Gemeinde zu haben, wird er nach wie vor ganz normal behandelt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er sich auch ganz normal aufführt. Er habe sich zwar immer grosse Ziele gesteckt und «gross geträumt», aber er wollte auf dem Boden bleiben. Die beruflichen, grossen Träume sind nun weitgehend erreicht. «Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mal meine eigenen Platten in meinem eigenen Studio im Keller hängen habe.» Die nächsten Träume sind privater Natur – die Familienplanung mit seiner Freundin ist einer davon.

Der Gedanke, dass seine Kinder im gleichen Haus aufwachsen werden wie er, gefällt ihm. «Es wäre auch cool, wenn sie in der Schule dann die gleichen Lehrer hätten wie ich damals. Aber dafür müsste ich jetzt ziemlich Gas geben.» Ob eine Privatschule kein Thema sein wird? Emanuel lacht: «Nein, ich heisse ja nicht Beckham!»

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