Süss, aber ...

Im Tierlignadenhof in Kaisten werden zwei Fuchswelpen aufgezogen – deren Rettung war verboten

Im Tierlignadenhof in Kaisten werden zwei Fuchsjunge aufgezogen – obwohl die Rettung verboten wäre

Im Tierlignadenhof in Kaisten werden zwei Fuchswelpen aufgezogen – obwohl die Rettung verboten wäre

Gnadenhof-Stiftungspräsidentin Stefanie Sutter kümmert sich momentan um zwei kleine Füchse, die einen schweren Start ins Leben hatten. Das ist nicht nur aufwändig, sondern brauchte auch eine Spezialbewilligung, denn Füchse zu halten, ist eigentlich verboten.

Mehr tot als lebendig sei das junge Fuchsweibchen gewesen, als es auf dem Gnadenhof ankam, schildert Stefanie Sutter, Stiftungspräsidentin des Tierlignadenhofs in Kaisten. Das Männchen dagegen war «in einem relativ guten Zustand»: «Er kam von jemandem, der ihn bereits aufgepäppelt hatte.»

Beide Füchse sind in schlechtem Zustand – das Weibchen war völlig dehydriert – gerettet worden und werden nun von Sutter auf dem Gnadenhof im Kaisten gepflegt und aufgezogen, wie Tele M1 berichtet.

Freiheits- oder Geldstrafe

Nur besagt Artikel 18 des Schweizer Jagdgesetzes: «Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe wird bestraft, wer vorsätzlich und ohne Berechtigung Tiere jagdbarer und geschützter Arten jagt oder tötet sowie Tiere geschützter Arten einfängt, gefangen hält oder sich aneignet.» 

Einen vermeintlich kranken oder verletzten Fuchs zu «retten» oder gar als Haustier zu halten, ist also per Gesetz verboten. Einerseits, weil all dies für ein Wildtier enormen Stress bedeuten würde, andererseits, weil der Umgang mit Wildtieren bestimmte Fachkenntnisse verlangt.

Auswilderung nicht mehr möglich

Der Tierlignadenhof in Kaisten brauchte eine Spezialbewilligung für die Haltung der beiden jungen Wildtiere. Daneben ist im Falle von Füchsen gemäss des Schweizer Tierschutzgesetzes eine entsprechende Ausbildung nötig.

Die Füchsli in Kaisten sollen sich nicht zu fest an Menschen gewöhnen – Sutter möchte, dass sie möglichst wild und misstrauisch bleiben, zumindest gegenüber Fremden. Ausgewildert werden können sie allerdings nicht mehr, sie werden ihr Leben nun im Gehege auf dem Tierlignadenhof verbringen.

Und das, obwohl sie sich als Haustiere alles andere als eignen. Die Jungtiere brauchen viel Beschäftigung, sind eher ängstlich und vor allem nachtaktiv. 

Nicht berühren, Hilfe holen

Stefanie Sutter betont, dass man nie einen wilden Fuchs berühren sollte, auch wenn man das Gefühl hat, helfen zu müssen. Nicht nur wegen des Gesetzes: «Wenn ein Fuchs beisst, dann richtig.» In diesem Fall besteht nicht zuletzt das Risiko, dass für Mensch und Haustier gefährliche Krankheiten übertragen werden.

Richtig verhält sich, wer Hilfe holt. Am besten bei einem Wildhüter oder der kantonalen Jagdbehörde. Bei Unsicherheiten ist es auch möglich, wie Telefonnummer 117 die Polizei zu alarmieren – was übrigens auch nötig ist, wenn man selbst ein Wildtier verletzt, also etwa angefahren hat. Denn auch wenn ein Tier getötet und von seinem Leiden erlöst werden soll, muss dies von einer Fachperson getan werden.

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