Verwaltung

Im Fricktal dreht sich das Gemeindeschreiberkarussell – drei Gemeinden sind auf der Suche

Mehrere Fricktaler Gemeinden suchen einen Gemeindeschreiber – Hellikon (im Bild: das Gemeindehaus) hat einen gefunden

Mehrere Fricktaler Gemeinden suchen einen Gemeindeschreiber – Hellikon (im Bild: das Gemeindehaus) hat einen gefunden

Aktuell suchen Sisseln, Oeschgen und Wölflinswil einen Gemeindeschreiber. Hellikon hingegen wurde mittlerweile fündig.

Der Sissler Gemeindeschreiber Heribert Meier verlässt die Gemeinde im Sommer nach zehn Jahren. Er wechselt als Gemeindeschreiber und Verwaltungsleiter nach Lupfig, wo er seine Stelle am 1. Juli antritt. «Ich freue mich auf die neue Herausforderung», so Meier. Im Alter von 54 Jahren sei «jetzt der richtige Zeitpunkt, um nochmals etwas Neues anzupacken».

In seinen bisherigen 33 Berufsjahren habe er mit den Gemeinden Ueken und Sisseln erst zwei Arbeitgeber gehabt. Nun möchte er seine Erfahrung an einem anderen Ort einbringen. Lupfig sei ähnlich gelagert wie Sisseln, so Meier weiter, habe aber fast doppelt so viele Einwohner.

Der abtretende Gemeindeschreiber hofft, dass Sisseln bald einen Nachfolger findet und er diesen noch einarbeiten kann. Der Sissler Ammann Rainer Schaub ist zuversichtlich, dass die Stelle bald besetzt werden kann. «Wir sind eine kerngesunde Gemeinde mit einem neuen, modernen Gemeindehaus», so Schaub.

Die Doppelrolle Gemeindeschreiber und Bauverwalter sei kein Nachteil, ist der Ammann überzeugt. «Klar, es braucht einen Generalisten, aber es können überall Fachleute beigezogen werden.» Erste Bewerbungen für das ausgeschriebene 80- bis 100-Prozent-Pensum seien denn auch schon eingegangen.

Aufgabe auf Mandatsbasis vergeben

Dass es für kleinere Gemeinden schwierig sein kann, einen Gemeindeschreiber zu finden, weiss Barbara Fricker, Gemeindeammann von Wölflinswil. Bereits im letzten Herbst sagte sie gegenüber der AZ, dass viele Absolventen, die an der Fachhochschule Nordwestschweiz den Gemeindeschreiber-Fachausweis gemacht haben, nicht gleich anschliessend eine Verwaltung leiten wollen. Unter den Bewerbern seien deshalb fast ausschliesslich Quereinsteiger.

Die Suche in Wölflinswil läuft schon länger: Jürg Oeschger hat die Gemeinde im Mai 2019 verlassen, seither konnte die Stelle noch nicht besetzt werden. «Verschiedene Gespräche mit möglichen Kandidaten fanden statt», sagt Barbara Fricker. In den nächsten Tagen werde die Stelle mit einem Pensum von 80 bis 100 Prozent nochmals ausgeschrieben. «Bei Bedarf ist der Gemeinderat jedoch auch offen gegenüber anderen Vorschlägen bezüglich Teilzeit oder Homeoffice», so Fricker.

Derzeit hat Wölflinswil die Gemeindeschreiber-Aufgaben auf Mandatsbasis an ein externes Unternehmen vergeben. «Das Gemeindebudget wird durch externe Mandate stärker belastet», sagt Barbara Fricker. «Andererseits kann die Gemeinde durch grosses Fachwissen und Erfahrung profitieren.»

Edoardo Carrico übernimmt in Hellikon

Oeschgen hat wie Wölflinswil gut 1000 Einwohner – und sucht ebenfalls einen Gemeindeschreiber. Der Posten wird nach zwei Abgängen innert kurzer Zeit aktuell ad interim von Anton Meier bekleidet, wie Gemeindeammann Christoph Koch sagt. Sowohl Jessica Oeschger als auch Edoardo Carrico waren nur wenige Monate als Gemeindeschreiber in Oeschgen tätig. Derzeit laufe die Ausschreibung, so Koch weiter. Auch sie ist auf 80 bis 100 Prozent ausgelegt.

Während drei Fricktaler Gemeinden auf der Suche nach einem neuen Gemeindeschreiber sind, ist Hellikon fündig geworden. «Die Verträge sind unterschrieben, wir konnten die Stelle besetzen», sagt Ammann Thomas Rohrer. Nachfolger von Severin Isler, der auf den 1. Juli hin fricktalintern nach Magden wechselt, wird Edoardo Carrico.

Damit wurde also auch Hellikon im Fricktal fündig. «Edoardo Carrico wird seine Stelle bereits Mitte März antreten», so Rohrer. Damit sei auch gewährleistet, dass Isler seinen Nachfolger noch einarbeiten könne. «Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, die Vakanz zu besetzen», so Rohrer.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

Meistgesehen

Artboard 1