Region Fricktal
Im Auftrag von «Taizé»: Warum diese Frau vor Weihnachten besonders viel zu tun hat

Saskia Engelmann aus Dresden betreut am grossen Treffen in Basel die Fricktaler Kirchgemeinden. Am Event werden rund 15 000 junge Erwachsene aus ganz Europa erwartet.

Andreas Fischer
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Saskia Engelmann hat bei den Vorbereitungen für das Taizé-Treffen viel zu tun.

Saskia Engelmann hat bei den Vorbereitungen für das Taizé-Treffen viel zu tun.

Saskia Engelmann ist viel beschäftigt in diesen Wochen vor Weihnachten. Denn Ende Jahr findet in Basel das europäische Jugendtreffen von Taizé statt. Es wird erwartet, dass am Treffen teilnehmen. Sie werden von Gastgemeinden in der Region empfangen und wohnen während der Dauer des Treffens in Gastfamilien.

Die aus Dresden stammende Engelmann ist für Unterbringung der Gäste und Organisation der Anlässe in den Kirchgemeinden/Pfarreien im Fricktal zuständig. Sie unterstützt die Teams, die sich fürs Mitmachen bereit erklärt haben. Sie tut es mit stillem Charme.

Engelmann kam über eine Freundin zur Verbindung nach Taizé. Diese erzählte ihr von der Klostergemeinschaft im Burgund. Am selben Abend beschlossen die beiden, für eine Woche nach Taizé zu fahren. Das Essen mit Plastikgeschirr am Boden, der Tagesrhythmus mit drei Gebeten, der Kontakt mit jungen Menschen aus aller Welt, die sich täglich in einer Kleingruppe trafen – all dies war für Saskia Engelmann, die zuvor kaum je aus Dresden rausgekommen war, neu und faszinierend. Die Kontakte von damals mit Leuten aus Holland, Japan, Polen sind bis heute geblieben. «Mit Facebook geht das einfacher als früher», sagt sie.

Ein anderes Leben

Wieder zu Hause arbeitete sie auf ihrem gelernten Beruf als Restaurantfachfrau im Schillergarten, einem der traditionsreichsten Restaurants in Dresden. 2015 verbrachte sie dann einen Monat in Taizé, eine Woche davon in der Stille. Die inneren Prozesse einer solchen Schweigewoche beschreibt sie so: «Du siehst genau, wo du in deinem Leben stehst. Ich sah, dass ich nicht da stehe, wo ich hin will. Dass vieles noch geheilt werden darf.»

Im März 2016 kündete sie ihre Stelle, räumte ihre Wohnung, trennte sich von ihrem Freund. Und fuhr für mehr als ein Jahr nach Taizé. Jetzt wurde auch Saskia Engelmanns Taufe vollzogen; von John Sentamu, dem Erzbischof von York, dem ersten afrikanischstämmigen anglikanischen Bischof.

Da Taufen – wie auch Hochzeiten – in Taizé prinzipiell nicht durchgeführt werden, ging der Erzbischof mit ihr ins Nachbardorf zu einem der Kommunität befreundeten Ehepaar, das dort ein Anwesen mit Swimmingpool besitzt. Dreimal tauchte er sie rückwärts ins Nass, ihre Nase füllte sich mit Wasser, sie bekam kaum Luft.

Insgesamt habe sie während des langen Aufenthalts in Taizé viel über Gemeinschaft gelernt, sagt Saskia Engelmann. «Du erkennst die eigenen Grenzen und überschreitest sie. Du lernst, Kompromisse zu machen.» Der Weg zurück nach Dresden war danach nicht einfach. Engelmann änderte einiges, suchte sich eine stimmige Wohnsituation, reduzierte das Arbeitspensum. Und wartete auf das Taizé-Treffen in Basel. Nun steht es bevor.