Laufenburg

IG ergreift Referendum gegen den Umbau des Museums Schiff

So könnte es im Museum Schiff dereinst aussehen. Bild: zvg

So könnte es im Museum Schiff dereinst aussehen. Bild: zvg

Für 4,1 Millionen Franken soll das Museum Schiff in der Laufenburger Altstadt saniert und erweitert werden. Beteiligt daran sind auch die Einwohner- und die Ortsbürgergemeinde mit finanziellen Beiträgen. Nun allerdings hat eine IG das Referendum gegen diese Beschlüsse ergriffen.

An der Gemeindeversammlung von Laufenburg Mitte November noch waren kritische Voten weitgehend ausgeblieben. Die Stimmberechtigten genehmigten damals den Beitrag der Stadt in der Höhe von 500000 Franken an die geplante Sanierung und Erweiterung des Museums Schiff mit so grosser Mehrheit, dass die Stimmenzähler nicht einmal tätig werden mussten.

Das Bauprojekt soll 4,1 Millionen Franken kosten. Insgesamt 1,35 Millionen Franken sollen von der öffentlichen Hand kommen. Wenige Tage nach der Einwohnergemeinde sprach auch die Ortsbürger­gemeinde einen Beitrag über 850000 Franken. 2023, so der Zeitplan der Verantwortlichen, hätte das sanierte Museum eingeweiht werden können.

Die Unterschriften wurden übergeben

Nun ist aber wieder offen, ob das Projekt so umgesetzt werden kann. Die «IG 5080/5085 Pro Referendum – Pro Museum» schreibt in einer Mitteilung, sie habe erfolgreich das Referendum gegen die Beschlüsse ergriffen. «Das Quorum für die Einwohnergemeinde von 198 nötigen Unterschriften erreichten die Initianten mit 248 deutlich und dasjenige der Ortsbürgergemeinde von 53 wurde mit 69 Unterschriften ebenso deutlich erreicht», heisst es in der Mitteilung. Die Unterschriften wurden demnach bereits Ende vergangener Woche dem Gemeindeschreiber Marco Waser übergeben.

Die Initianten der beiden Referenden seien der festen Überzeugung, dass über die Beiträge an die Baukosten und den zusätzlichen, jährlichen Beitrag an die Betriebskosten eine Abstimmung notwendig ist. «Die Argumente des Museumsvereins sind im Vorfeld der Abstimmung hinlänglich bekanntgemacht worden. Trotz dieser breiten Information fand kaum eine öffentliche Diskussion über dieses Millionen-Projekt statt. Konkrete Fragen konnten oder wollten nicht beantwortet werden», schreiben die Initianten. Und weiter: Es gehe ihnen nicht darum, «dem Museum Schiff nach 40 Jahren die Möglichkeit zum weiteren Betrieb zu entziehen und das markante Gebäude in der Altstadt dem angeblichen Zerfall zu überlassen». Sie seien aber überzeugt, dass «das vorliegende Projekt für Laufenburg zu gross ist, zumal die personelle Zukunft des Vereins Fragen aufwirft.»

Als weiteres Argument nennen die Initianten in der Mitteilung auch die finanzielle Lage der Gemeinde mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 3500 Franken. Sie fordern deshalb, «dass die im Oktober mit dem Museums­verein und dem Gemeinderat geführten Diskussionen zu Realisierung einer kostengünstigeren Projekt­variante, welche auch einen nachhaltigen Betrieb für die zukünftigen Generationen zur Folge hat, nochmals geführt werden können.»

Mit dem Referendum habe die Bevölkerung nun die Möglichkeit, «über die finanziellen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Projekts» zu diskutieren. Die Initianten fordern die Bevölkerung in der Mitteilung denn auch auf, sich aktiv einzubringen. Das Museum müsse in Laufenburg bleiben, betonen sie. «Es stellt einen Mehrwert für Laufenburg dar.» Sie seien aber auch überzeugt, «dass eine kostengünstigere Ausführung mit einem modernen Konzept möglich ist.»

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