Frick

Hürdenlauf für den Fricker Vitaparcours: Gegen das Projekt sind drei Einsprachen eingegangen

Der geplante Vitaparcours soll beim Weiher mit Grillstelle im Gebiet Moos starten.

Der geplante Vitaparcours soll beim Weiher mit Grillstelle im Gebiet Moos starten.

Gegen den im Gebiet Moos geplanten Vitaparcours sind bei der Gemeinde drei Einsprachen eingegangen. Schon zuvor wurde Kritik gegen das Projekt geäussert. So kündigten die Jäger schnell Widerstand an. Wird nun ein Pumptrack zur Alternative?

Es zeichnete sich früh ab, dass das Projekt des Elternvereins Frick, im Gebiet Moos einen Vitaparcours zu lancieren, keinen Start-Ziel-Sieg hinlegen, sondern zu einem Hürdenlauf wird. Denn Anfang Juni meldeten sich die Jäger zu Wort – und kündeten erbitterten Widerstand gegen den Vitaparcours an. «Für die Erhaltung des Lebensraumes unserer einheimischen Tiere werden wir gegen das Baugesuch Einsprache erheben und wenn nötig alle möglichen Rechtsmittel ausschöpfen», schrieb Jagdaufseher Simon Kläusler im Namen der Fricker Jäger.

Am Montag ist die Auflagefrist des Baugesuchs abgelaufen. Insgesamt sind laut Gemeindeschreiber Michael Widmer drei Einsprachen eingegangen. Zum Inhalt will er sich nicht äussern. Auch nicht, wer Einsprache erhoben hat. Klar ist allerdings: Nicht jeder kann dies tun. Es brauche ein schutzwürdiges eigenes Interesse oder eine besondere Betroffenheit, sagt Widmer. Das haben nur die wenigsten Einwohner. «Würde ein Einwohner ein Stück Wald besitzen, so wäre die erforderliche Betroffenheit gegeben», macht Widmer ein Beispiel. Einsprache können daneben eine Reihe von Verbänden einreichen. Der Kanton listet aktuell 16 Verbände, darunter den Heimatschutz, den Fischerei-Verband und den Jagdschutzverein.

Gestaunt haben einige Fricker, dass der Gemeinderat nicht auf die Argumente der Jäger gehört hat. So schrieb Claudia Hugenschmidt in einem Leserbrief, dass bei Entscheidungen doch stets Expertenmeinungen eingeholt würden. «Und beim Schutz der Wildtiere sind die ­Jäger die Experten.» Widmer entgegnet, dass im Laufe des Verfahrens weiterhin die Möglichkeit bestehe, mit allen Verfahrensbeteiligten Gespräche zu führen. «Dazu gehört auch die Jagdgesellschaft.» Nicht nur Kläusler fragt sich zudem mit Verweis auf den geplanten Vitaparcours in Herznach: «Braucht es in Frick wirklich auch noch einen?» Darauf angesprochen, meint Widmer: Man werde diese Fragen im Baugesuchsverfahren mit allen Verfahrensbeteiligten offen diskutieren.

Macht die Gemeinde zu wenig für die Jugend?

Hugenschmidt findet, dass Frick besser andere Projekte realisieren würde. «Als Mutter von zwei Teenagern würde ich mir vom Elternverein und der Gemeinde ein Projekt für die Jugend wünschen», sagt sie. Denn ausser den Spielplätzen für Kleinkinder habe die Gemeinde nichts zu bieten.

Das lässt Widmer nicht unwidersprochen stehen. «Die Gemeinde Frick betreibt gemeinsam mit der Gemeinde Gipf-Oberfrick den Jugendtreffpunkt Freakhall», zählt er auf. Allen Einwohnern stehe zudem eine ausgebaute Sportinfrastruktur inklusive Hallen- und Freibad zur Verfügung. Und: «In den Vereinen sind sehr viele Jugendliche engagiert.»

Hugenschmidt kritisiert nicht nur, sondern bringt auch einen konkreten Vorschlag: Sie wünscht sich einen Pumptrack. Wenn sie sehe, was sich auf dem Pumptrack in Pontresina tummle, «tut sich mir das Herz auf». Dort treffe man Kleinkinder auf Laufrädern, Schüler mit Skate- und Kickboards, ältere Jugendliche mit BMX-Velos, Erwachsene mit Mountainbikes und sogar Rentner mit E-Bikes. «Eine generationenübergreifende Begegnungszone.»

Sie fragt sich: «Macht es wirklich Sinn, in ein nicht zeitgemässes Projekt zu investieren? Oder wäre es nicht endlich Zeit, etwas für unsere Jugendlichen zu bauen?» Die Gemeinde gibt den Ball weiter. Das Beispiel des Vitaparcours zeige, dass der Gemeinderat Initiativen für solche Attraktionen gerne unterstütze, so Widmer. «Bislang wurde dem Gemeinderat keine solche Idee unterbreitet.»

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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