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Hoffen auf schwachen Franken: Wechselkurs für Fricktaler Exporteure matchentscheidend

Robert Reimann, CEO der Jakob Müller AG aus Frick, erwartet für das Jahr 2018 den gewünschten Gewinn.

Robert Reimann, CEO der Jakob Müller AG aus Frick, erwartet für das Jahr 2018 den gewünschten Gewinn.

Der Dezember ist da. Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. So manch einer nutzt die letzten Wochen des Jahres, um Bilanz zu ziehen – was war gut, was war schlecht? Und um einen Ausblick auf das kommende Jahr zu nehmen – welche Herausforderungen warten, wie sind sie zu meistern?

Diese Fragen stellen nicht nur Privatpersonen sich selbst, sondern auch die Geschäftsführer und CEOs an die Unternehmen, an deren Spitze sie stehen.

Einer von ihnen ist Robert Reimann, CEO der Jakob Müller AG. Das Unternehmen aus Frick ist einer der grössten Bandmaschinenhersteller der Welt. «Wir sind mit dem Jahr 2018 generell sehr zufrieden», sagt Reimann. Durch ein «leicht abgeschwächtes zweites Halbjahr» werde man vermutlich weniger Maschinen produzieren als geplant, dennoch erwarte man den gewünschten Gewinn durch gut erzielte Preise und den Verkauf der eher teureren Produkte.

Ähnliches berichtet Raphael Jehle, Geschäftsführer der Jehle AG aus dem Mettauertaler Ortsteil Etzgen. «Aufgrund der guten Konjunktur hatten wir im ersten Halbjahr einen sehr guten Auftragseingang, der im zweiten Halbjahr ein wenig abgeflacht ist.» Aufgrund der vielen Aufträge im ersten Halbjahr habe man die Produktionsleistung hochfahren müssen, um die Liefertermine einzuhalten. «Es gab deswegen mehr Nachtschichten und Sonderfahrten. Vereinzelnd mussten wir auch Produktionsschritte an Externe abgeben», sagt Jehle.

Zudem gab es einen deutlichen Stellenaufbau – zwischenzeitlich um bis zu zehn Prozent. Schwierig sei es aufgrund der guten Konjunktur gewesen, Fachkräfte wie Polymechaniker, CNC-Fräser oder Maschineneinrichter zu finden.

Im Gegensatz zum Stellenaufbau bei der Jehle AG hat die Jakob Müller AG einen leichten Stellenabbau zu verzeichnen. Sowohl das reduzierte Produktionsvolumen als auch der Preisdruck seien dafür verantwortlich, sagt Reimann. «Wir haben aber Wert darauf gelegt, hauptsächlich den Weg der natürlichen Fluktuation zu gehen.»

Positive Aussichten für Holzbau

Zufrieden mit der Umsatzentwicklung im Jahr 2018 ist die Balteschwiler AG aus Laufenburg. «Die gesteckten Plan-Zielgrössen bezüglich Wachstum und Auftragseingang und -bestand wurden grösstenteils erreicht», sagt Marketingleiter Lorenz Obrist. Die wirtschaftlichen Aussichten seien für das Bauen mit Holz für das Jahr 2019 positiv. So werde das tiefe Hypothekar-Zinsniveau die Bautätigkeit weiter beflügeln. «Zwar geht der Wohnungsneubau zurück, die Nachfrage für Ausbauarbeiten und Renovationen steigt jedoch», so Obrist.

Ein «extrem gewichtiger Faktor» für die Jehle AG ist der Euro-Franken-Kurs, weil das Unternehmen zwischen 50 und 80 Prozent der Produkte in den Euroraum exportiert. «Der derzeitige Kurs von Fr. 1.13 ist okay, langfristig aber nicht zufriedenstellend», sagt Jehle.

Auch für die Jakob Müller AG, die ihre Produkte hauptsächlich exportiert, hat der Wechselkurs «eine sehr entscheidende Auswirkung», sagt Reimann. «Ein schlechter Wechselkurs wirkt sich auf die Abschlüsse aus. Die Kunden möchten zu einem guten Zeitpunkt bestellen und speziell Ersatzinvestitionen können häufig hinausgezögert werden.» Dementsprechend hoffen Reimann und Jehle auf einen schwachen Franken im nächsten Jahr.

Autor

Dennis Kalt

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