Jura Ost

Grosser Widerstand: 419 Einsprachen gegen Atomendlager-Bohrstelle am Bözberg

Das Gebiet Jura Ost rund um den Bözberg ist ein möglicher Standort für ein Atommüll-Tiefenlager. In der Regionalkonferenz reden auch Deutsche mit.Fotomontage KEY

Das Gebiet Jura Ost rund um den Bözberg ist ein möglicher Standort für ein Atommüll-Tiefenlager. In der Regionalkonferenz reden auch Deutsche mit.Fotomontage KEY

Die geplanten Tiefenbohrungen für ein Tiefenlager für Atommüll im Gebiet Bözberg im Aargauer Jura sind wie erwartet umstritten. Insgesamt sind beim Bundesamt für Energie (BFE) 419 Einsprachen gegen die Gesuche der Nagra eingegangen.

Am meisten Einsprachen gab es gegen die vorgesehene Bohrung in Zeihen. In insgesamt 140 Einwendungen wurden Vorbehalte angemeldet. Aus Riniken, wo die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) ebenfalls einen Bohrplatz ins Auge fasst, gingen beim BFE 96 Einsprachen ein, wie dieses auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mitteilte.

Gesamthaft 103 Einsprachen gab es gegen die beiden Bohrplätze in Remigen, 66 gegen die zwei in Bözberg und 44 gegen die zwei in Effingen. 99 Prozent der Einsprachen stammen laut BFE-Sprecherin Marianne Zünd von Privaten. Sehr viele Einsprecher hätten vorgedruckte Formulare verwendet.

Das Gebiet Bözberg Jura Ost

Das Gebiet Bözberg Jura Ost

Die Gesuche für die Tiefenbohrungen lagen bis Dienstag in den Standortgemeinden öffentlich auf. Weil der Poststempel gilt, könnten laut Zünd möglicherweise in den nächsten Tagen noch weitere Einsprachen nachfolgen.

Während der Einsprachefrist mussten Betroffene auch sämtliche enteignungsrechtlichen Einwände oder Begehren um Entschädigung geltend machen. Wer darauf verzichtet hat, ist vom weiteren Verfahren ausgeschlossen.

Noch genauere Kenntnisse gewinnen

Die Bohrungen im Standortgebiet Jura Ost erfolgen im Rahmen der dritten Etappe des Sachplans geologische Tiefenlager (SGT). Mit geowissenschaftlichen Methoden sollen die Gesteinsschichten bis in eine Tiefe von maximal 2000 Metern noch detaillierter untersucht werden.

Jedes einzelne Bohrloch muss vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) bewilligt werden. Diese Bewilligungen sollen bis Mitte 2018 vorliegen, können danach aber noch beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden.

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