In den Themenwelten drängten sich allerorts die Besucher im Gespräch mit den Ausstellern. Nur am Stand von der Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) suchte niemand das Gespräch, stattdessen sassen die Besucher mit geschlossenen, schwarzen Brille auf erhöhten Sesseln. Ihre Blicke schweiften scheinbar ziellos umher. Die Nagra informierte über Suche und Entwicklung von Tiefenlagern in der Schweiz mit einem 4D-Video. Mit der Brille genossen die Nutzer einen 360-Grad-Rundumblick und machten auf den ruckelnden Sesseln eine Zeitreise von der Bauphase zum Betrieb des Tiefenlagers bis in die ferne Zukunft in 60'000 Jahren. «Das war eine gute Erfahrung. Sehr interessant», sagte Ivan Adamek aus Eiken nach der Simulation.

Besucher werden zu Polizisten

Ein paar Schritte weiter informierte die Regionalpolizei Oberes Fricktal über ihre Arbeit. Anschaulich präsentierten Wachtmeisterin Nadia Frei und ein Kollege den Besuchern die Polizeiausrüstung: vom Funkgerät über die Handschellen bis hin zur Dienstwaffe. An einem Bildschirm konnten die Besucher in die Rolle eines Polizisten schlüpfen. Nach dem Einblenden einer brisanten Situation – wie dem Fund eines Verletzten oder einem Angriff durch einen Hund – hatten die Teilnehmer 15 Sekunden Zeit, sich per Knopfdruck für einen von acht Ausrüstungsgegenständen zu entscheiden. Dabei konnte mehr als ein Gegenstand die richtige Lösung sein. «Die Besucher sollen verstehen, wie Polizisten in Sekunden entscheiden müssen, welches Einsatzmittel zu verwenden ist», erklärte Frei.

Neben informativen Angeboten war die dreitägige Expo17 natürlich in erster Linie eine Gewerbeausstellung. Alle drei Jahre lädt Gewerbe Region Frick-Laufenburg zur Expo ein. Diesmal präsentierte es sich in 24 Welten, wo die Aussteller ihr Leistungsangebot unter einem gemeinsamen Thema darbieten konnten. In Welten mit eindeutigen Namen wie Gesundheit oder Energie oder malerischen Begriffen wie Eile mit Weile oder Freak-Taler konnten sich die Besucher über die Produktpalette und Dienstleitungen von 92 Unternehmen informieren. Auch das Kulinarische kam dabei nicht zu kurz. Vom indischen Gericht am schön gedeckten Tisch mit Kerzen bis zur Portion Pommes in der Pappschale gab es alles.

Zufriedene Aussteller

Mit der Besucherzahl war Claudia Rämi von Blueme Kari zufrieden. Den Besuchern präsentierte sie saisonale Deko und Orchideen. «Wir haben ein gutes Echo», sagte die Geschäftsinhaberin, die mehrere Filialen in Frick und Brugg betreibt. Auch René Leuenberger von der Gärtnerei Leuenberger (Laufenburg) war mit der Frequenz zufrieden, auch wenn der Erfolg einer Gewerbeschau nicht unmittelbar messbar sei, wie er meinte. «Aber wer nichts macht und wer sich nicht präsentiert, der wird vergessen», meinte Leuenberger, der den Besuchern Whirlpools vorführte. «Die Expo in Frick ist genau das Richtige, um unsere Produkte zu präsentieren. Die Gewerbeausstellung ist nur alle drei Jahre, daher ist Interesse da.» Die Gärtnerei nahm zum dritten Mal an der Expo teil.

Bei der Basler Versicherung lockte ein spezieller Fahrsimulator die Besucher: ein Simulator für eine Fahrt unter Alkoholeinfluss mit getrübter Sicht und schlingernder Lenkung. Kundenberater David Hulzer erzählte, dass einige Kinder kämen, die nicht zur Zielgruppe gehörten, aber auch Erwachsene das Gerät ausprobieren wollten. «Die Leute halten eher mal an und schauen sich den Stand an», erklärte Hulzer.

Viele Besucher kamen aus Zeitvertreib an die Expo. So auch Peter Roman aus Mettauertal und seine Begleiterin, die aus Neugierde über die Expo schlenderten. Er meinte: «Wir haben kein spezielles Interesse, sondern wollten aus Spass mal durchlaufen.»