Für den diesjährigen Bettagsgottesdienst in Frick hat der Pfarreirat einen Gastprediger eingeladen. Gerhard Pfister, Präsident der CVP Schweiz, hatte sich spontan bereit erklärt, die Gastpredigt zu halten. Er erinnerte in seinen Anfangsworten an die schweizerische Tradition, einen Feiertag wie den Bettag kirchlich zu feiern, obwohl er eine politische Dimension habe.

1832 wurde der Bettag in der Entstehung des heutigen Bundesstaates eingeführt. Für Gerhard Pfister bedeutet er für die heutige Zeit, auf Egoismus und Individualismus zu verzichten. Aber zu erkennen, dass jeder Mensch Fehler hat, das sei wichtig im Christentum. Gerade heute sei es bedeutsam, zu eigenen Fehlern zu stehen und darauf zu vertrauen, dass es einen Gott gebe, der die Menschen auch mit Fehlern liebe.

Tradition des Bettags sinnvoll und nötiger denn je

Auch die Bundesverfassung baue darauf, dass die Demokratie auf der christlichen Tradition und Kultur beruht. Die Verfassung erinnere ebenfalls daran, dass die Allmächtigkeit eine Sache Gottes und nicht der Menschen sei, also folglich auch nicht der Politik. Erinnere man öffentlich an christliche Werte, so Gerhard Pfister, werde man gerne einmal angegriffen. Dabei zeichne unsere Demokratie diese Werte von Freiheit und Gleichheit jedes Menschen aus. Für Pfister ist klar, dass wir die eigene Tradition nicht verleugnen, sondern sie neu, besser und stärker begründen sollten.

Pfister ist überzeugt, dass die Tradition des Bettages sinnvoll und nötiger denn je ist. Politisch, weil die Schweiz auf christlicher Kultur basiere; persönlich, weil der Mensch darauf trauen dürfe, dass Gott ihn annimmt, so wie er ist. Abschliessend sagte Pfister, dass der Mensch betend, büssend, aber vor allem dankbar sein dürfe. Denn das meiste, was wir seien, seien wir nicht durch uns selbst, sondern durch Gott.

Der Gottesdienst wurde durch Pastoralassistent Ulrich Feger gestaltet und vom Männerchor Frick musikalisch umrahmt. Beim anschliessenden Apéro, serviert durch den Pfarreirat, unterhielten sich die Besuchenden noch lange rege untereinander und mit dem Gastprediger Gerhard Pfister. (AZ)