Eiken, Münchwilen, Sisseln und Stein

Gemeinden sprechen je 120'000 Franken für Entwicklung des Sisslerfelds

Für das Zielbild 2040+ werden im kommenden Jahr Testplanungen für das Sisslerfeld erstellt. Bild: Gerry Thönen (14.5.2013)

Für das Zielbild 2040+ werden im kommenden Jahr Testplanungen für das Sisslerfeld erstellt. Bild: Gerry Thönen (14.5.2013)

Im Sisslerfeld starten 2020 Testplanungen – an den Gesamtprozess zahlen die vier Kommunen je 120'000 Franken.

Das Sisslerfeld ist im kantonalen Richtplan als wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt aufgeführt. Letztes Jahr hat der Grosse Rat für den Zeitraum von 2019 bis 2021 1,5 Millionen Franken für die Gebietsentwicklung genehmigt. Der Kanton hat damit auch wieder die Federführung im Planungsprozess übernommen. Im Dezember 2018 folgte dann eine Absichtserklärung der Projektpartner – also von Kanton, Regionalplanung und den Gemeinden Eiken, Münchwilen, Sisseln und Stein.

Darin wurde vereinbart, dass man im Rahmen der eigenen Möglichkeiten und Zuständigkeiten alles daransetzen will, dass das Sisslerfeld gemeinsam und unter Einbezug der Grundeigentümerschaft entwickelt, erschlossen und marktfähig gemacht werden kann.

Seither fanden zahlreiche Gespräche statt und im Juni wurde die Bevölkerung – auch jene aus der deutschen Nachbarschaft in Bad Säckingen – zu einem Forum eingeladen und um Inputs gebeten. In kleinen Workshops tauschte man sich damals über die Zukunft des Sisslerfelds aus.

Gesamte Arbeitszone umfasst 200 Hektaren

Nun folgt eine nächste Etappe auf dem langen Planungsweg. Anfang des kommenden Jahres werden Expertenteams auf den Weg geschickt, die Testplanungen für das Gebiet Sisslerfeld erarbeiten sollen, wie Daniel Kolb, Leiter der Abteilung Raumentwicklung beim Kanton, sagt. «Die Teams erarbeiten ein Zielbild 2040+», so Kolb. Das heisst, sie stellen dar, wie das Sisslerfeld dereinst im Jahre 2040 bei einem Vollausbau aussehen könnte. Dafür betrachten sie die gesamten Arbeitszonen der vier beteiligten Gemeinden. Diese umfassen gemäss Kolb total rund 200 Hektaren. Etwa die Hälfte davon ist noch nicht überbaut.

Die Erarbeitung des Zielbilds 2040+ sei nötig, um danach zurückzurechnen und so zu erarbeiten, was wann und in welcher Reihenfolge geplant werden muss. Die Testplanungen werden von interdisziplinären Teams erarbeitet, sodass raumplanerischen, architektonischen, landschaftlichen oder verkehrstechnischen Aspekten Rechnung getragen werden kann. Dieser Prozess dauert voraussichtlich bis im Herbst 2020. Danach sollen die Planungen vorgestellt und daraufhin die erforderlichen Planungsinstrumente wie Richt- oder Nutzungspläne erarbeitet werden, bevor die Planungspflicht der öffentlichen Hand erfüllt ist und das Gebiet Sisslerfeld an den Markt übergeben werden kann.

Drei Kreditvorlagen, einmal im Budget

Es sei davon auszugehen, dass die Finanzierung durch den Kanton nicht reiche, um alle diese Planungsphasen abzuschliessen, heisst es nun im Hinblick auf die Gemeindeversammlung vom 15. November bei der Gemeinde Münchwilen. Sie wird deshalb einen Kredit von 120 000 Franken beantragen. Mit dem Geld soll über die kommenden beiden Jahre der Prozess mitfinanziert werden. «Die anderen Gemeinden werden die gleiche Summe ebenfalls zahlen», so der Münchwiler Gemeindeammann Bruno Tüscher.

Auch in Eiken und Sisseln wird die Summe in einem separaten Kreditantrag der Gemeindeversammlung vorgelegt, wie es auf Anfrage der AZ bei den Gemeinden heisst. In Stein wird der Betrag ohne separaten Antrag ins Budget aufgenommen. Die finanzielle Unterstützung durch die vier Gemeinden habe einen wichtigen symbolischen Wert für die künftige Unterstützung durch den Grossen Rat, ist Tüscher überzeugt. Daniel Kolb wertet die geplanten Beiträge der Gemeinden denn auch als «extrem positives Zeichen». Es zeige, dass die Sisslerfeld-Planung als Gemeinschaftswerk verstanden werde.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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