Fricktal

Gemeinden organisieren Einkaufsdienste – so reagieren sie sonst noch

Ungewohnt leer: die Schalterhalle in der Gemeindeverwaltung Möhlin.

Ungewohnt leer: die Schalterhalle in der Gemeindeverwaltung Möhlin.

Die Fricktaler Gemeinden reagieren auf die Corona-Krise. Schalterstunden werden überall eingeschränkt oder eingestellt. Es gibt erste Hilfsangebote.

Die Corona-Epidemie fordert all jene Bereiche besonders heraus, in denen (noch) Kundenkontakt besteht. Darunter sind Lebensmittelläden ebenso wie Dienstleister oder auch Gemeinden.

Im Fricktal fahren die Gemeinden dabei unterschiedliche Strategien. Während die einen die Schalter ganz geschlossen haben, ist die Gemeindekanzlei bei anderen noch reduziert ­geöffnet. Gemeinsam ist dabei allen eine Devise respektive ein Aufruf an die Bevölkerung: So wenig direkten Kontakt wie möglich, um beide Seiten, Angestellte wie Kunden, vor einer Ansteckung zu schützen.

Die AZ hat bei den Gemeinden nachgefragt, wie Sie hier nachlesen können. Eine provisorische Übersicht in einer dynamischen Zeit.

In Schupfart hat der Gemeinderat zusammen mit dem Volg Dorfladen einen Lebensmittel-­Lieferdienst für besonders gefährdete Einwohner organisiert. «Es werden alle Waren des ­Dorfladens in haushaltsüblichen Mengen gleichentags ausge­liefert», teilt die Gemeinde mit. Die Schalter der Gemeindekanzlei bleiben offen; die Gemeinde ruft aber – wie etwa auch Gan­singen, Kaisten, Münchwilen, Oberhof, Obermumpf, Wölf­lins­wil, oder Zuzgen – die Be­völ­kerung dazu auf, nur vorbeizukommen, wenn es wirklich nötig ist. Viele Gemeinden haben auch die Schalteröffnungszeiten verkürzt.

Auch in Obermumpf bietet der Gemeinderat besonders gefährdeten Einwohnern einen Einkaufsdienst an. Dieser soll möglichst unbürokratisch erfolgen. Betroffene können sich bei Gemeindeammann Eva Frei melden. Sie organisiert den Einkauf. Das Angebot ist kostenlos. «Diese Massnahme soll dazu dienen, das Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus in frequentierten Lebensmittelgeschäften zu minimieren», teilt die Gemeinde mit.

Wie Stein und Rheinfelden hat Möhlin bereits seit knapp zwei Wochen Plexiglas-Scheiben bei den Schaltern montiert. Beim Haupteingang weisen zudem Schilder darauf hin, dass Dienstleistungen auch online und per Telefon erledigt werden können. Wie die meisten Gemeinden ermöglicht auch Möhlin Home-Office. Die Turnhallen bleiben geschlossen. «Für die Inbetriebnahme des Freibads wird die Situation im Verlaufe des Aprils neu beurteilt», sagt Gemeindeschreiber Marius Fricker.

Magden passt die Schalteröffnungszeiten ebenfalls an. Auf der Website hat die Gemeinde zudem eine Liste mit Kontaktpersonen aufgeschaltet, die eine Unterstützung anbieten. Wer helfen will, kann sich bei der Gemeinde melden.

In Sisseln bleiben alle Sport- und Freizeitanlagen geschlossen, also auch das Hallenbad. Auch die Schalter der Gemeindekanzlei bleiben zu; Termine können mit dem Verwaltungspersonal telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden. Zum Schutz vor einer Ansteckung hat die Gemeinde zudem die Öffnungszeiten der Sammelstelle verlängert. Dies mit dem Hintergedanken, dass so weniger Leute zeitgleich bei der Sammelstelle sind.

Mettauertal fordert die Bevölkerung auf, «nur die zwingend nötigen Amtsgänge vorzunehmen». Die Gemeinde verkürzt die Öffnungszeiten und verweist auf die postalischen, telefonischen und elektronischen Alternativen. Ebenfalls ausgesetzt werden die Geburtstagsbesuche des Gemeinderates, die er sonst bei hohen Jubiläen macht. «Wir werden das Home-Office-Angebot für die Mitarbeitenden der Verwaltung erweitern», sagt Gemeindeschreiber Florian Wunderlin. Ebenfalls werde eine Arbeitsaufteilung in Teams organisiert.

In Gipf-Oberfrick ist die Gemeindeverwaltung für den persönlichen Kontakt nur noch morgens geöffnet. «Telefonisch und per E-Mail wird die Verwaltung zu den üblichen Öffnungszeiten erreichbar bleiben», teilt die Gemeinde mit, appelliert aber gleichzeitig, die persönlichen Kontakte auf das Notwendigste zu beschränken. Vor dem Schalter wird mit einem Band eine Abstandsregelung markiert. Innerhalb der Abteilung prüft die Gemeinde verschiedene Arbeitsmodelle, Sitzungen sind möglichst zu vermeiden. Das Jahrgangsbaumsetzen des Natur- und Vogelschutzvereins vom 21.März wird ohne die eingeladenen Personen durchgeführt. «Ein Nachholtermin für eine Einweihung wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen», heisst es in einer Mitteilung.

Eiken fordert die Einwohner auf, die Gemeindekanzlei nur noch in dringenden Fällen aufzusuchen. Diese Besuche müssen telefonisch angekündigt werden. Auf Gratulationsbesuche verzichtet der Gemeinderat. Personen in Risikogruppen rät der Gemeinderat, Lebensmitteleinkäufe von Familienangehörigen, Nachbarn oder Bekannten erledigen zu lassen. Falls dies nicht möglich ist, können sich Betroffene im Notfall bei der Gemeinde melden.

In Mumpf bleibt der Schalter der Gemeindeverwaltung und des regionalen Betreibungs­amtes bis sicherlich am 19. April – so lange laufen die vom Bundesrat am Montag verordneten Massnahmen – geschlossen. Die Ämter sind telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Das Personal wird soweit möglich Home-Office betreiben.

Zeihen reduziert die Schalterstunden ebenfalls und setzt auf Home-Office.

Olsberg hat die Schalter­öffnungszeiten ausgesetzt und verweist auf die telefonische und mailmässige Erreichbarkeit.

Zeiningen schränkt den Schalter in der Gemeinde­verwaltung ebenfalls stark ein und verweist auf Telefon und Mail. «Der Schalter wird nur für Unterschriftenbeglaubigung, ID-­Anträge oder für unabdingbare Besprechungen geöffnet», teilt die Gemeinde mit. Die Türe werde daher immer geschlossen bleiben.

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