Im Sommer 2017 wurde der Kindergarten Brüel in Kaisten aufgehoben, die Kindergärtler werden seither im neuen Dreifachkindergarten an der Schulstrasse unterrichtet. Schon kurz davor haben die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung der Umzonung der Parzelle von der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in die Wohnzone W2b zugestimmt.

Nun ist die 1927 Quadratmeter grosse Parzelle mit dem ehemaligen Kindergarten erneut Traktandum an einer Gemeindeversammlung: Der Gemeinderat beantragt am kommenden Freitag den Verkauf des Grundstücks. Wie er in der Botschaft zur Versammlung schreibt, hat er «mehrere in der Region und in der Gemeinde ansässige Unternehmen, welche auf dem Gebiet der Immobilien tätig sind, kontaktiert und zur Abgabe eines Kaufangebots eingeladen». Das beste Angebot hat dabei die JKB Immobilien AG aus Frick abgegeben, wie die Gemeinde weiter schreibt. Sie bietet einen Quadratmeterpreis von 600 Franken, was der Gesamtsumme von 1'156'200 Franken entspricht. «Gegenüber dem zweitbesten Angebot bestand eine Differenz von rund 30 Prozent», hält die Gemeinde in der Botschaft fest.

Innere Verdichtung

Mit der Freigabe der Parzelle für eine bauliche Neunutzung innerhalb der Wohnzone solle der für das Ortsbild verträglichen inneren Verdichtung Rechnung getragen werden, so die Gemeinde weiter. Dem Gemeinderat sei es deshalb wichtig, dass auf der Parzelle ein Mehrfamilienhaus und nicht ein Einfamilien- oder Doppeleinfamilienhaus entstehe, so Gemeindeschreiber Manuel Corpataux. Die gewünschte bauliche Entwicklung und Grundsätze der künftigen Bebauung hat die Gemeinde im Kaufvertrag festgehalten. Wie viele Wohnungen entstehen, werde die nach dem Kauf anstehende Planung zeigen, so Corpataux.

Wie es in der Versammlungsbotschaft heisst, hat sich die JKB Immobilien AG verpflichtet, «unmittelbar nach dem Kauf mit der Planung zu starten, sodass eine Baueingabe bis zirka Mitte 2019 erfolgen könnte». Während der Planungsphase wird sich dann auch entscheiden, wie die Parzelle für den motorisierten Verkehr erschlossen wird. Die Fuss- und Radwege sollen in ihrer jetzigen Form beibehalten werden.

Die Kosten für den Abbruch des ehemaligen Kindergartens gehen zulasten der Käuferschaft, wie es in der Botschaft weiter heisst. Auf die Gemeinde kommen trotzdem noch Kosten von rund 115'000 Franken zu. Auf diese Summe wurde die Mehrwertabgabe geschätzt, welche die Gemeinde nach der Umzonung der Parzelle entrichten muss.