Rheinfelden

Gefahr für Vögel: Birdlife erhebt Einsprache gegen den Rheinsteg

Sind die Tragseile Vogelfallen? Birdlife Aargau ist davon überzeugt. zvg

Sind die Tragseile Vogelfallen? Birdlife Aargau ist davon überzeugt. zvg

Die Tragseile am geplanten Rheinsteg erachtet Birdlife Aargau als Vogelfallen. Der Verband hat deshalb Einsprache eingereicht.

Es ist bei vier Einsprachen gegen den Bau des neuen Rheinstegs geblieben. «Es handelt sich um drei Einwendungen von Privaten sowie um eine Verbandseinwendung», erklärt Stadtbaumeister Urs Affolter auf Anfrage. Um welchen Verband es sich handelt, will Affolter nicht sagen.

Die az weiss: Die Einsprache stammt von Birdlife Aargau, dem Dachverband der 123 Aargauischen Natur- und Vogelschutzvereine. Geschäftsführerin Kathrin Hochuli bestätigt auf Anfrage: «Die Einsprache stammt von uns.» Sie richtet sich nicht gegen das Projekt als solches, sondern gegen die Tragseile, die Teil der Konstruktion sind. «Das sind Vogelfallen», sagt Hochuli. Sie weiss von anderen Brücken mit einer ähnlichen Konstruktion, dass Vögel in die Seile fliegen und sich dabei verletzen. Konkret nennt sie das Beispiel eines Schwans, der sich bei der Kollision mit einem Seil den Flügel brach und deshalb eingeschläfert werden musste. Birdlife Aargau fordert deshalb, dass die Konstruktion angepasst und «vogelsicher» gemacht wird.

Eine Anpassung der Konstruktion hält Hochuli beim Rheinsteg auch deshalb für wichtig, weil die Brücke in der Anflugschneise zum Umgehungsgewässer des neuen Kraftwerkes liegt. Wasservögel rasten gerne in diesem Gewässer. «Sie können die Seile nicht wahrnehmen und deshalb besteht das Risiko, dass sie in die Seile fliegen», sagt Hochuli.

Die Stadt wird die Einsprache von Birdlife Aargau nun zusammen mit den drei weiteren Einwendungen sichten, allfällige Einsprecherverhandlungen führen und dann – zusammen mit dem Baugesuch – über die Einwendungen befinden.

Verzögerungen beim Bau möglich

Was das zeitlich für das Projekt bedeutet, kann Affolter nicht abschätzen. Klar ist: «In der Terminplanung sind die Rechtsmittelverfahren nicht berücksichtigt.» Denn: «Ob Einwendungen eingehen und wenn ja, welche Zeit die Rechtsmittelverfahren benötigen, kann nicht im Voraus abgeschätzt werden.» Das heisst auch, dass aktuell nicht klar ist, ob man die Marschtabelle – Baubeginn im zweiten Halbjahr 2017, Eröffnung des neuen Rheinsteges gegen Ende 2018 – einhalten kann. Es sei denkbar, so Affolter, dass es durch die Einwendungen zu Verzögerungen kommt.

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