Wittnau

Gefährliche Streiche an Baustelle: Es gab bereits ähnliche Taten – Zufall oder geplant?

In der Nacht auf den 1. März haben Unbekannte die Lichtsignalanlage in Wittnau an der Baustelle ausser Betrieb gesetzt.

In der Nacht auf den 1. März haben Unbekannte die Lichtsignalanlage in Wittnau an der Baustelle ausser Betrieb gesetzt.

Im Fricktal haben sich mutwillige Taten, die lebensgefährliche Situationen herbeiführen können, gehäuft. Nach in brennenden Badewannen und entfernten Deckeln von Strassenschächten, wurde nun eine Ampel an einer Baustelle ausser Betrieb gesetzt.

Verpackte Badewannen in einem Rohbau, die in Flammen aufgehen, Strassenschachtdeckel, die in der Nacht entfernt werden und zuletzt eine ausser Betrieb gesetzte Lichtsignal­anlage an einer Strassenbaustelle, bei der die Abschrankungen und Beleuchtungen entfernt wurden – diese drei Taten, die allesamt schlimme Folgen hätten haben können – ereigneten sich in den letzten sechs Wochen im Fricktal.

So sagt denn auch Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei unteres Fricktal, dass die ­Täter bei der Entfernung der Schachtdeckel in Stein in der Nacht auf den 23. Februar mutwillig eine lebensgefährliche Situation für Velofahrer und Fussgänger in Kauf genommen hätten. «Das ist kein Kavaliersdelikt mehr.» Bezüglich der Entfernung der Baustellenabschrankungen und -lichter in Wittnau in der Nacht auf den 1. März doppelt Daniel Meier, stellvertretender Leiter der Regionalpolizei Oberes Fricktal, nach. «Das war gefährlich und hätte in der Dunkelheit zu einem schweren Unfall führen können.»

Zufall oder eine neue ­Qualitätsstufe?

Trotz der Anhäufungen solcher Aktionen in den letzten Wochen geht Loosli nicht davon aus, dass der jugendliche Unfug eine neue und gefährlichere Qualitätsstufe erreicht hat. «Vermutlich spielt auch der Alkoholkonsum bei derartigen unüberlegten Aktionen eine grosse Rolle», sagt er und schiebt nach: «Vergleichbare Taten hat es auch schon viele Jahre zuvor gegeben.» Das Entfernen von Gully-Deckeln käme in einem Turnus von rund fünf Jahren im unteren Fricktal vor.

Auch im oberen Fricktal seien vergleichbare, gefährliche Aktionen in letzter Zeit nicht zu verzeichnen gewesen, sagt Meier.

Kanton bestätigt Eindruck der Regionalpolizeien

Diesen Eindruck auf regionaler Ebene bestätigt Aline Rey, Sprecherin der Kantonspolizei, mit Blick auf den Aargau. «Wir stellen im Kanton keine Zunahme von vergleichbaren Taten fest», sagt sie.

Sowohl bei der manipulierten Baustelle als auch bei den entfernten Schachtdeckel haben die Regionalpolizeien noch keine Hinweise zur Täterschaft aus der Bevölkerungen erhalten. «Ohne Beobachtungen von Zeugen ist es schwierig, die Täterschaft zu eruieren, so Meier und Loosli unisono. Die Polizei Oberes Fricktal nimmt Beobachtungen zum Vorfall in Wittnau unter der Nummer 0628651133 entgegen. Im Fall der ausgehobenen Schachtdeckel in Stein – Hinweise können unter der Nummer 0618333310 gemacht werden – ermittelt die Regionalpolizei unteres Fricktal in Richtung Störung von Betrieben, die der Allgemeinheit dienen – ein Vergehen, das mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet wird.

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Autor

Dennis Kalt

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