Gansingen
Rettung durch Genossenschaft: Bald dampft in der Mikrobrauerei 3Bier der Sudkessel wieder

Seit Frühjahr befindet sich die Gansinger Mikrobrauerei in Liquidation. Ein Trio um Gemeindeammann Mario Hüsler hat nun über 60 Mitglieder für «Freunde des 3Bier’s» akquiriert, damit im Dorf ab März wieder Gerstensaft gebraut wird. Geschmack und Marke sollen gleich bleiben, das Etikett wird sich ändern.

Dennis Kalt
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Stossen auf das Weiterbestehen von 3Bier in Gansingen an: Mesbah Creitz (2. v. l.) und Maria Elena von Zedtwitz vom Brauteam sowie die Initiatoren Thomas Leu (l.) und Roger Hauser (r.).

Stossen auf das Weiterbestehen von 3Bier in Gansingen an: Mesbah Creitz (2. v. l.) und Maria Elena von Zedtwitz vom Brauteam sowie die Initiatoren Thomas Leu (l.) und Roger Hauser (r.).

Dennis Kalt

Die Mikrobrauerei 3Bier, 2009 als GmbH gegründet, befindet sich seit Frühjahr in Liquidation. Doch so jäh soll die Geschichte des Gansinger Gerstensaftes nicht enden. Dieser Auffassung ist Gemeindeammann Mario Hüsler. Zusammen mit Roger Hauser und Thomas Leu beschloss er, Kapital über die Gründung einer Genossenschaft zu akquirieren, damit es aus dem Sudkessel bald wieder dampft.

Mario Hüsler, Gemeindeammann von Gansingen und einer von drei Initianten zur Rettung der Mikrobrauerei 3Bier.

Mario Hüsler, Gemeindeammann von Gansingen und einer von drei Initianten zur Rettung der Mikrobrauerei 3Bier.

zvg

Hüsler machte sich bereits im Frühjahr Gedanken, wie man die Mikrobrauerei im Ortsteil Büren retten könnte. Beweggründe dafür habe er viele. Er sagt:

«Die Brauerei war ein Treffpunkt für Feiern, des Zusammenkommens, mit einem Produkt, das sehr gut angekommen ist.»

Ein weiterer Grund: Hüsler, Leu und Hauser gehören zu einer Brunnengemeinschaft, die der Brauerei das Quellwasser gratis zur Verfügung gestellt hat. Darüber hinaus geht es auch darum, dem Verschwinden von kleinen lokalen Betrieben Einhalt zu gebieten.

Mitglieder kommen auch aus Ostdeutschland und Australien

Das Trio war seit September aktiv auf der Suche nach Mitgliedern für die Genossenschaft des «Freunde des 3Bier’s». Für Personen, die sich beteiligten. Mindestens ein Anteilsschein zu 1000 Franken musste für eine Mitgliedschaft gezeichnet werden. Das Mindestziel von 40 Genossenschaftsmitgliedern haben die drei Initianten bei weitem übertroffen. Über 60 Personen haben mittlerweile Anteilsscheine gezeichnet.

Damit hat Hüsler nicht gerechnet. «Das freut uns natürlich», sagt er und schiebt nach:

«Nur etwa 40 Prozent der Mitglieder sind aus dem Dorf. Wir haben sogar Mitglieder aus Ostdeutschland und aus Australien.»

Bei diesen handelt es sich etwa um Personen, die einst im Dorf gelebt oder die Kontakte über Verwandte oder Bekannte zum Dorf haben.

Aufgrund des grossen Zulaufs an Mitgliedern findet bereits am Freitagabend die Gründungsversammlung bei der Brauerei in Büren statt. Mit dem Kapital müssen die «Freunde des 3Bier’s» zunächst ein neues Braugeschirr kaufen, weil das bisherige «verbastelt» sei.

Weitere Infrastruktur wie etwa Tanks, Abfüllanlage, Kühl- und Ausschankwagen würde die Genossenschaft aufkaufen. Hüsler sagt: «Bis wir das erste Bier gebraut haben, müssen wir sicher 50’000 Franken in die Hand nehmen.»

Die Braurezepte werden übernommen

Selbstverständlich ist es, dass sowohl die Marke als auch der Geschmack von 3Bier erhalten bleibt. So würde man die 3Bier-Braurezepte übernehmen.

Zusätzlich wird Mesbah Creitz, der zum Gründungsteam der Brauerei 2009 gehörte, für die Genossenschaft am Sudkessel stehen. Einzig das Etikett auf der Flasche – der Löwe Luxemburgs, die Bayerflagge und das Schweizer Kreuz, entsprechend der Herkunft der drei Gründer – würde man vermutlich abändern. «Dafür etwa das Schweizer Kreuz, das Aargauer und Gansinger Wappen nehmen», nennt Hüsler Beispiele.

Um die 10’000 Liter des Gansinger Gerstensaftes pro Jahr müsste man schon brauen, um eine Null unter Stich zu erzielen, so Hüsler. Zunächst wolle man das Gansinger Quellwasser nach Lenzkirch in den Schwarzwald bringen. Denn dort könne man 2000 Liter auf einen Schlag brauen. In Gansingen hingegen seien nur 250 Liter pro Sud möglich. Hüsler sagt:

«Ziel ist es, dass wir das erste Bier im März brauen.»

Dann seien auch Feste bei der Brauerei wie etwa ein Mai- oder Herbstfest denkbar, so Hüsler.

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