Da war nun wirklich alles zu finden. Von traditionellen Gaben wie Treicheln und Glocken sowie Holzbänkli und -kommoden bis hin zu Mountainbikes, Kaffeemaschinen, Fernsehern, Werkzeugkoffern oder Raclette-Öfeli. Am Feitagabend wurde im Beisein diverser Mitorganisatoren, Sponsoren, Gabenspendern und Gästen der Gabentempel für das 112. Nordwestschweizerische Schwingfest in Wittnau eröffnet.

Noch nicht dabei bei der Eröffnung: der Siegerpreis, Muni «Jehlwi». Der Red-Holstein-Muni wurde im Hof von Marcel Belser in Wölflinswil gezüchtet und kann gemäss Festprogramm «eine beachtliche Abstammung vorweisen». Der Muni werde noch etwas herausgeputzt für seinen grossen Auftritt am Sonntag, flachste OK-Präsident Werner Müller.

Der Name des Munis ist übrigens eine Mischung aus dem Spender – dem Land-, Forst- und Gartentechnik-Betrieb Patrik Jehle AG – sowie dem Austragungsort Wittnau. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr wurde «Jehlwi» getauft, bald steht er im Gabentempel bereit und wartet auf den Sieger. Ebenso die Lebendpreise für die Zweit- und Drittplatzierten. Es handelt sich um Rind «Dänemark» sowie das Fohlen «Nisha von Fürberg».

Das Schwingfest begann mit einem «Fiirobe-Bier»

Die Eröffnung des Gabentempels war gleichzeitig der Startschuss zum Schwingfest von diesem Wochenende. Den ersten Abend hatte das Organisationskomitee unter den Titel «Partytag» gestellt. Entsprechend gab es zunächst ein «Fiirobe-Bier» und nach der Eröffnung einen bayrischen Abend im Festzelt.

Am Samstag steht nun zunächst der Nachwuchs im Mittelpunkt: Beim Sägemehlringertag des Aargauischen Nationalturnverbands messen sich rund 150 Jugendliche. Abgerundet wird der Tag mit einer Jodlermesse in der Kirche Wittnau samt Fahnenschwingern und Alphornduo.

Der Höhepunkt des Wochenendes folgt dann am Sonntag: das 112. Nordwestschweizerische Schwingfest. Besondere Spannung ist garantiert, denn bei einigen Schwingern geht es auch darum, die Selektion für die Teilnahme am diesjährigen Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest von Ende August in Zug zu schaffen, dem grössten Sportanlass der Schweiz.

Für den Wettkampf wurde eigens eine Arena mit drei Tribünen und 4000 Plätzen aufgebaut. Die Vorfreude auf den Sonntag war bereits bei der Eröffnung zu spüren. «Ich bin stolz auf unser Dorf», sagte Müller. Es sei unglaublich, was in den letzten Tagen geleistet worden sei. «Jetzt hoffe ich, dass es ein unvergessliches Fest für alle wird.»