Nez rouge
Für die roten Nasen aus dem unteren Fricktal wird gesorgt

Der Heimfahrdienst von Nez rouge deckt das ganze Fricktal ab – das Baselbiet macht dagegen nicht mit. Das zumindest sagt eine Karte auf der Webseite von Nez rouge.

Thomas Wehrli
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Von heute Donnerstag bis und mit Silvester chauffieren Freiwillige täglich ab 22 Uhr Menschen samt Fahrzeug nach Hause, die sich nicht mehr fahrtüchtig fühlen.

Von heute Donnerstag bis und mit Silvester chauffieren Freiwillige täglich ab 22 Uhr Menschen samt Fahrzeug nach Hause, die sich nicht mehr fahrtüchtig fühlen.

Keystone
Nez rouge unteres Fricktal

Nez rouge unteres Fricktal

Screenshot

Der ganze Kanton Aargau ist bei «Nez Rouge», dem kostenlosen Heimfahrdienst im feuchtfröhlichen Festmonat Dezember, dabei.

Der ganze Aargau? Nein, o weh!, da ist ein grosser, weisser Fleck auf der offiziellen Karte der Stiftung im Internet (siehe Screenshot). Von Rheinfelden bis Stein, besagt die Grafik, ist Niemandsland. Müssen also rote Nasen aus dem unteren Fricktal zu Fuss nach Hause gehen (was zumindest der Ausnüchterung nicht abträglich wäre)?

«Nein, nein», beruhigt Kurt Röthlisberger, Präsident von «Nez rouge Aargau». «Natürlich vernachlässigen wir die Fricktaler nicht.» Jeder Fahrzeuglenker, der unter der Gratisnummer 0800 802 208 anrufe, werde auch im eigenen Auto nach Hause chauffiert. «Vielleicht dauert es aber etwas länger, bis ein Team vor Ort ist.» Dass Rheinfelden auf der Karte als weisser Fleck erscheint, erklärt Röthlisberger damit, dass die Dachorganisation die Grafiken anfertige.

Aber aufgepasst: Wer beispielsweise in Pratteln zu tief ins Glas blickt und sich und sein Auto nach Hause chauffieren lassen will, hat Pech gehabt. Denn die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt beteiligen sich nicht an der Aktion – und allfällige Anrufe auf die Gratisnummern läuten deshalb ins Leere. «Die Swisscom leitet alle Anrufe, die aus unserem Einzugsgebiet getätigt werden, an die Einsatzzentrale in Lenzburg weiter.» Alle anderen nicht.

Konkret geht das so: Die Swisscom eruiert, woher ein Anruf kommt, und weist ihn der richtigen der 23 Einsatzzentralen zu. Wer indes aus dem «Niemandsland» anruft, landet in Selbigem. Man habe jedes Jahr «viele Anrufe» aus dem Fricktal, weiss Röthlisberger. Vor allem im oberen Fricktal ist der Dienst begehrt.

Im Aargau führt «Nez Rouge» pro Saison rund 1600 Fahrten durch. Dabei chauffieren die rund 900 Freiwilligen an die 3400 Personen nach Hause und legen dabei um die 70 000 Kilometer zurück. Hilfsbereit sind auch die Fricktaler: «Wir können hier auf rund 40 Freiwillige zählen», sagt Röthlisberger.

«Nez rouge» kam 1990 aus Kanada in die Schweiz. Nach Hause chauffieren lassen können sich ab heute und bis Silvester alle, die mit dem eigenen Auto unterwegs sind und sich nicht mehr fahrtüchtig fühlen – sei es, weil man zu müde ist, zu tief ins Glas geschaut hat oder weil ein Medikament fahruntüchtig macht.