Wakker-Preis
Fünf Flecken zum Entdecken in Rheinfelden – Rundgang in fünf Videos

Mit Raumplaner und Fotograf Henri Leuzinger auf Tour durch «sein» Wakker-Preis-Städtchen.

Thomas Wehrli (Text und Fotos)
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Station 1: Moderne Architektur Eine versteckte architektonische Perle Etwas zurückversetzt zur Baslerstrasse stehen auf der Höhe des neu erstellten Salmenparks am Westeingang der Stadt drei mächtige, moderne Baukörper von Lea Mergenthaler. «Aus Sicht des Heimatschutzes ist das ein gelungenes Beispiel, wie man moderne Architektur in einer hoch verdichteten Art und Weise sehr attraktiv umsetzen kann», erklärt Henri Leuzinger. Gleich nebenan steht das Haus, das ihr Grossvater Adolf Mergenthaler 1930 erstellt hat. Dieser «klassische Bau aus der Moderne» ist praktisch unverändert geblieben.
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Station 2: Rheinbrücke Die Verbindung Dank dem natürlichen Inseli mitten im Rhein kam Rheinfelden lange vor Basel zu einer Brücke über den Fluss. Heute ist die alte Rheinbrücke praktisch verkehrsfrei; ein Stadtbus verkehrt halbstündlich zwischen den beiden Städten. Er ist Ausdruck der engen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Im Hintergrund liegt die «dichte, attraktive» Altstadt. Ziel müsse sein, sie in ihrer Qualität zu erhalten. Vor allem «muss sie weiterhin pulsieren». Das ist für Leuzinger die grosse Herausforderung für die Zukunft.
Station 3: Alter Stadtpark Die Erholungszone «Für eine Stadt mit heute gut 13 000 Einwohnern ist eine gute Parkanlage extrem wichtig», weiss Henri Leuzinger. Sowohl der alte wie auch der neue Stadtpark werden denn auch intensiv genutzt – selbst jetzt, mitten im Januar, geniessen Parkbesucher auf den Holzliegen die Sonne. Henri Leuzinger stellt sich in die Plastik «Die Zeitspanne» von Axel Frey-Riedi, schaut den herumspringenden Kindern zu. Ein Park zeigt immer auch die Lebensqualität der Stadt. Und die ist in Rheinfelden sehr gross. Der neue Stadtpark, der östlich vom alten liegt, «wurde sehr gut angenommen», erzählt Leuzinger. Auch wegen der Rheintreppe. «Im Sommer kann man so wunderbar im Rhein baden.»
Fünf Flecken in Rheinfelden zum Entdecken
Station 5: Mühlegässli Die verborgenen Winkel Im unteren Teil Marktgasse biegt Henri Leuzinger in eines der engen Gässli ein, bleibt in einem der Hinterhöfe stehen, «Hier sieht man das zähringische Baumuster noch sehr gut», erklärt er. Hinter den Gebäuden mit ihren markanten Fassaden liegen kleine Gärten und Schuppen. Vor der nächsten Gasse kommt wieder ein Haus, in dessen Erdgeschoss meist ein Gewerbebetrieb untergebracht war.

Station 1: Moderne Architektur Eine versteckte architektonische Perle Etwas zurückversetzt zur Baslerstrasse stehen auf der Höhe des neu erstellten Salmenparks am Westeingang der Stadt drei mächtige, moderne Baukörper von Lea Mergenthaler. «Aus Sicht des Heimatschutzes ist das ein gelungenes Beispiel, wie man moderne Architektur in einer hoch verdichteten Art und Weise sehr attraktiv umsetzen kann», erklärt Henri Leuzinger. Gleich nebenan steht das Haus, das ihr Grossvater Adolf Mergenthaler 1930 erstellt hat. Dieser «klassische Bau aus der Moderne» ist praktisch unverändert geblieben.

Thomas Wehrli

«Rheinfelden hat den Wakker-Preis verdient», sagt Henri Leuzinger, schnappt seine Jacke und startet mit dem az-Journalisten zum Stadtrundgang der etwas anderen Art. Fünf Orte hat der Raumplaner und Fotograf ausgesucht, die er für besonders liebens- und preiswert hält; fünf Orte, die viel über das Ticken der Stadt verraten. Einer Stadt, deren Uhren etwas anders ticken. Die Uhr am Obertorturm etwa geht sieben Minuten vor, jene am Rathaus drei Minuten. So sollten einst die Bauern, die vor der Stadt die Felder bestellten, genügend Zeit haben, um zurückzueilen, bevor die Tore abends geschlossen wurden.

Das stellte man auch beim Schweizer Heimatschutz fest, nahm das Zähringerstädtchen als Wakker-Preis-Kandidaten auf den Radar. «Einige Projekte existierten damals erst auf Papier und waren noch nicht realisiert.» Heute sind sie es. Deshalb bekommt Rheinfelden den Preis jetzt, «zur richtigen Zeit», findet Leuzinger. Er bleibt beim Salmenpark stehen, jenem markanten Neubaukomplex am Westeingang der Stadt und zeigt auf die Strasse Richtung Altstadt, die dereinst ein Boulevard sein wird, «wenn es klappt». Die Gebäude weisen den Weg in die Altstadt und laden die Leute gleichzeitig ein, in die neuen Quartiere zu flanieren, hier einzukaufen «und dies auf eine sehr attraktive, verkehrsberuhigte Weise».

Weiter geht es zur alten Rheinbrücke, die Marktgasse hoch, vorbei am Mühlegässli mit seinen zähringischen Winkeln. Beim Bauamt reist Leuzinger einen Zwischenstopp, zeigt auf die Fassade. «Das war früher ein Schopf», erklärt er. Beim Ausbau, Jahrzehnte ist es her, habe man versucht, «Altstädtlis zu spielen», die Altstadt nachzuahmen. «Heute ist Heimatschutz klar gegen solche Pseudolösungen. Wir wollen zeigen, was neu und was alt ist.» Weiter geht es via altem in den neuen Stadtpark, «einer Perle» für die Stadt. In der Ferne sieht man jenen Ort, wo dereinst der neue Steg über den Rhein führen soll. Wenn er denn durchkommt. Aber das ist ein anderes Kapitel (Stadt-)Geschichte.

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