Fasnacht

Fünfte Jahreszeit: In Kaisten herrschen «Wildi Zyte»

Mit Strassenfasnacht, Guggenmusik und Schnitzelbänken ging es im Dorf hoch zu und her. Der Elferrat präsentierte sich neu eingekleidet.

Nach dem dritten Faisse und dem Joggeliball vom Samstag setzten die Chaischter am Sonntag mit dem Fasnachtsumzug und Schnitzelbank-Produktionen noch einen drauf. Der traditionelle Fasnachtsumzug, diesmal unter dem Thema «Wildi Zyte», wurde einmal mehr angeführt von der Guggenmusik Prototype, gefolgt vom neu eingekleideten Elferrat und dem Haldejoggeli mit seiner ausdrucksstarken Holzmaske.

Neun Gruppen verliehen dem Umzug sein eigenständiges Chaischter Gesicht. Erstmals mit dabei die Kindergruppe Dorfspatzetreff, die als Zwerge einen neuen Akzent setzten. Zum letzten Mal mit von der Partie war der Samariterverein, der nach 20 Jahren etwas fasnachtsmüde geworden war. Dass dies eigentlich nicht so ist, zeigten die Samariter-Fasnächter mit ihrer Power-Playback-Produktion auf der Bühne – wie eh und je.

Die Chaischter können auch über sich selber lachen, was die einzelnen Gruppen mit ihren Versen bewiesen, die sie nach dem Umzug auf der Bühne zum Besten gaben. Da ist kreuz und quer durchs Jahr einiges an Ungereimtem im Dorf aufgeschnappt worden – genug Themen ohne Trump oder Frau Merkel zu bemühen. Genug Material für herzhafte Lacher.

Thematisiert und in Verse gekleidet wurden insbesondere der sich abzeichnende Beizennotstand im Dorf, die Bautätigkeit und der Neujahrs-Apéro. Die Schnitzelbänkler schauten aber dennoch leicht über den Dorfrand in die nächste Umgebung, etwa nach Laufenburg. So nahm die Alte Garde des FC Kaisten die Nachbarn aufs Korn:

Bim Kartelegge hett mer d Wohrsägeri verrote,
s gäb Projekt, die dege ned uf Aheb grote.
Und schwört, eusi Enkel sind längstens pensioniert,
bis dänn isch vermutli d Stross dur Laufeburg saniert!
Die Chaischter Beizen – ja sind sie noch offen oder bereits geschlossen? Die Frauenturnerinnen, die themengerecht als Wildsäu auftraten, reimten:
Beize sind in Chaischte rar,
deför find’sch a jedem Egge en Salon för d’Hoor.
Die sind im Dorf in grosser Überzahl
Do chasch säge mer het die Qual der Wahl.

Besorgt schaut der Haldejoggeli, die Chaister Fasnachts-Kultfigur, aus einiger Distanz auf das Dorf:
S git Baulütt, dene wird z Chaischte alles erlaubt;
Am Lümberg hends Betonchlötz wie e Staumur baut.
Sogar de Haldejoggeli hett das Gehabe kritisiert:
«Mer hett mir de klari Dorfblick ruiniert!»
Hirnverbrännt, obergschtört und eifach doof:
Drum isch sis Domizil jetz neu im Tierlignadehof.

Ein kritischer Blick auf den Neujahrsapéro – als Zehn-Jahr-Jubiläum seit der Fusion Kaisten mit Ittenthal gefeiert:
D Gmeindrot Chaischte ladt zum Neujohrsapéro,
Fiiret d Fusion Chaischte-Üttlete, wo vor 10 Johr isch cho.
Do han i so id Rundi g’luegt und müesse lache,
es sind keini 5 Üttleter wo am Apéro mitmache!

Etwas Häme darf auch dabei sein:
Di Dütsche hend, Narri Narro,
en neue Zunftmeischter übercho.
Woni dur d Lindegass tue flohne,
Gsehni, dass er bi eus tuet wohne.
Tuet er ächt bi eus, ich muess fascht lache,
spioniere, wie mer rächt tuet Fasnacht mache!

Doch zum Ausgleich erhielt auch der Chaischter Alt-Narrenvater sein Fett ab:
De Zaugg Roli duet met em Auto heizuestüre.
Er duet debi kei Zit verlüre.
Er haltet a und stiggt schnäll us
und scho fahrt de Chare grad is Huus.
Roli due doch s’nächschtmol bim Ahalte
De Ganghebel ufs P umschalte.

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