Ueken

Fuchs du hast den Schuh gestohlen, gib ihn wieder her

All das stahlen die diebischen Füchse

All das stahlen die diebischen Füchse

Wenn Füchse unter Gänsen oder Hühnern ein Blutbad anrichten, dann droht ihm die Flinte. In Ueken klauen die Füchse keine Tiere, sondern Schuhe, Pantoffeln, Gürtel und Stofftiere - zum Amusement der Dorfbewohner.

Lederschuhe, Turnschuhe und Adiletten - hinter dem Haus von Helen Felber sammelte sich so vieles an. Schuld daran sind die jungen Füchse, die aus dem Fuchsbau hinter ihrem Haus in Ueken immer wieder Diebestouren durch das Dorf Ueken unternahmen. Bei Schuhen beliessen sie es aber nicht, nein, auch eine Mausefalle, Gürtel und Stofftierchen liessen die schlauen Tiere mitlaufen.

Der Tele-M1-Beitrag über den Schuhfetischisten aus dem Wald

Der Tele-M1-Beitrag über den Schuhfetischisten aus dem Wald

Darauf brodelte es in der Gerüchteküche: «Sind da etwa Diebe unterwegs?», fragten sich die Dorfbewohner. Nur Helen Felber wusste sofort, wer die Täter waren und dass vor allem junge Füchse eine Schwäche für Lederschuhe haben und diese stehlen, um damit zu spielen. Jedenfalls hat sich die 85-Jährige köstlich über die diebischen Tiere amüsiert, was ihre Grossnichte, eine Journalistin bei der «NZZ am Sonntag», dazu bewog, darüber zu schreiben (in der gestrigen «NZZ am Sonntag»-Ausgabe).

Kamera statt Flinte gezückt

Doch nicht nur Helen Felber amüsierten die Jungtiere. «Auch die Dorfbevölkerung begegnet dem Phänomen mit Humor», sagt der Jäger Reto Deiss zur az. Jedenfalls hätte niemand von ihm gefordert, dem Treiben ein Ende zu setzen und den Dieben aus dem nahen Wald mit der Flinte den Garaus zu machen. Auch Deiss freut sich ob dem Treiben: Statt des Gewehrs zückte er die Kamera und fotografierte das Diebesgut. Seiner Frau wie auch seiner Schwester seien schliesslich auch Schuhe abhanden gekommen.

Die Bestohlenen erhalten ihre Schuhe übrigens zurück, Helen Felber bewahrt das Diebesgut auf. Der Haufen sei bereits geschrumpft, sagt sie zur az.

Von diebischen Katzen

Den schlechten Ruf, diebisch zu sein, haftet eigentlich Elstern an. Ihr Image - es mag von Fabeln herrühren - werden die Vögel nicht los. Auch wenn Elstern unter Ornithologen gar nicht als besonders diebisch gelten. Bekannt und dokumentiert sind hingegen diebische Haustiere: So etwa die «Klepto-Katze Dusty» aus Kalifornien, die weltberühmt wurde.

Nachtaufnahmen von der diebischen Katze «Dusty»

Aber auch in der Schweiz machten diebische Katzen von sich reden: So etwa der Kater «Speedy» aus Wiesendangen oder «Amore» aus Zofingen.

Diebische Füchse sind der grossen Masse dagegen unbekannt. Aber auch dieses Phänomen ist unter Biologen kein unbekanntes: So steht auf www.fuchsratgeber.ch: «Vor einem Bau mit Jungfüchsen finden sich neben Papier- und Plastikfetzen und Knochenstücken oft eine ganze Reihe von Gegenständen aus Leder wie angeknabberte Schuhe, Gartenhandschuhe oder Bälle.» Diese Gegenstände benützten Jungfüchse zum Spielen. Altfüchse würden den Jungtieren ab und zu solche «Spielsachen» an den Bau mitbringen. Jungfüchse würden aber auch selber auf Steifzüge gehen und Gegenstände zurückbringen.

Meldungen von verschwundenen Gegenständen würden sich zwischen April und Juli häufen: der Zeit also, in der Füchse ihre Nachkommen aufziehen.

Mehr von den diebischen Füchsen aus Ueken heute um 18 Uhr in der Sendung «Aktuell» von Tele M1.

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