Fricktal
Frost legt Bauarbeiten auf Eis: Maurer und Betonierer dürfen Zuhause bleiben

Wegen der russischen Kaltluft-Front: Für die nächsten Tage ist draussen Thermokleidung gefragt – Betonieren und Maurerarbeiten sind nicht mehr möglich.

Dennis Kalt
Drucken
Teilen
Für Bauarbeiter, die am nächsten Montag in der klirrenden Kälte arbeiten müssen, heisst es: Warm anziehen. (Archivbild)

Für Bauarbeiter, die am nächsten Montag in der klirrenden Kälte arbeiten müssen, heisst es: Warm anziehen. (Archivbild)

Dominic Kobelt

Wohl dem, dessen Arbeitsplatz sich in einer Räumlichkeit mit einer Heizung befindet. Für alle anderen heisst es: warm anziehen. Laut Wetterprognose stösst ab Montag russische Kaltluft zu uns vor und beschert dem Fricktal zweistellige Minusgrade. Die AZ hat bei Unternehmen, die Tätigkeiten im Freien ausüben, gefragt, was die klirrende Kälte für sie bedeutet und wie verhindert wird, dass ihre Mitarbeiter Frostbeulen bekommen.

Bei der Erne AG Bauunternehmung in Laufenburg stehen ab Montag rund 80 Prozent der Hochbauarbeiten für einige Tage still. «Unter minus fünf Grad Celsius können Beton- und Maurerarbeiten nicht mehr fachgerecht ausgeführt werden», heisst es beim Marketing-Management des Unternehmens. Für Arbeiter auf der Baustelle, insbesondere im Hochbau, heisst es: Zu Hause bleiben und sich eine Auszeit von der Kälte gönnen.

Für die 27 Lernenden wird für solche Ausnahmesituation vorgesorgt. Die Zeit wird genutzt, indem Übungseinheiten im Keller des Werkhofes durchgeführt werden. Bauarbeiter, die dennoch in die klirrende Kälte müssen, rät die Erne Bauunternehmung AG sich im Zwiebelschalenprinzip zu kleiden – also dem Tragen von mehreren Kleidungsschichten übereinander mit unterschiedlicher Dicke. «Daneben empfehlen wir unseren Bauarbeitern Thermounterwäsche, heisse Getränke und ein warmes Essen in der Mittagspause», so das Marketing-Management. Hierzu steht bei jeder Baustelle eine Mikrowelle bereit.

Die Förster freuen sich

Im Gegensatz zur Baubranche freut sich Kurt Steck, Stadtoberförster in Rheinfelden, über die anrollende Kältewelle: «Wenn der Boden gefriert, können wir mit schwerem Gerät tiefer in den Waldbestand fahren, um die Schäden von Sturm Burglind zu beseitigen.» Dies war in den vergangenen Wochen nicht möglich, weil das Vordringen dem mit Kranwagen und dem Schleppertraktor auf dem nassen Boden zu massiven Flurschäden geführt hätte. Die extreme jedoch trockene Kälte sei bei der körperlich anstrengenden Arbeit im Wald für die Arbeiter kein Problem: «Unangenehm wird es erst, wenn zu der Kälte die Feuchtigkeit kommt.»

Das sieht auch Rolf Treier, Leiter vom Forstbetrieb Homberg-Schenkenberg, so: «Wenn es trocken ist, sind Temperaturen bis minus zehn Grad Celsius für uns kein Problem.» Sollte es den Forstarbeitern doch kalt werden, können sie sich im beheizbaren Mannschaftswagen, der im Wald immer dabei ist, aufwärmen.

Kalt wird es ab Montag für die Mitarbeiter, die hinten auf dem Müllwagen der Peter Pfister AG aus Oeschgen stehen werden. Diese mussten sich bisher mit ihren Händen an den kalten Metallgriffen am Wagen festhalten. «Wir haben deswegen in elektrisch beheizbare Griffhalterungen investiert, um im Winter die Arbeit angenehmer zu machen», sagt Geschäftsführer Peter Pfister.

Der eisige Fahrtwind wird den Pöstlern ins Gesicht blasen, wenn sie am Morgen die Post auf dem Elektroroller ausfahren. «Unsere Mitarbeiter, die sich für den Aussendienst entschieden haben, arbeiten gerne draussen. Die Post wird bei Wind und Wetter verteilt», sagt Mediensprecher Oliver Flüeler. Gegen die Kälte stellt die Post ihren Mitarbeitern Bekleidung wie Pullover, Fleecejacken, Mützen und Handschuhe zu Verfügung.

Wichtig ist Flüeler, dass die Haubesitzer dafür sorgen, dass der Zugang zum Haus schnee- und eisfrei ist und damit die Sturzgefahr minimiert wird. «Die meisten Unfälle unserer Postboten passieren nicht auf der Strasse, sondern auf den Zugängen zu den Haushalten.»

Aktuelle Nachrichten