Die Fricktaler Grossräte machen sich für die «Berücksichtigung der Regionen» bei der Standortwahl der Berufsfachschule stark – und damit natürlich insbesondere für den Standort Rheinfelden, wo heute das Berufsbildungszentrum Fricktal (BZF) untergebracht ist. Hintergrund für die Offensive ist die geplante Reform in der Berufsschullandschaft und die damit einhergehende Gefahr, dass die Zukunft des BZF wie bei den ersten beiden Vorlagen, die der Grosse Rat dann nach grossem Widerstand aus den Regionen beerdigt hat, wieder infrage gestellt wird.

In einem Vorstoss, der am nächsten Dienstag eingereicht wird und der AZ vorliegt, bitten die Grossräte den Regierungsrat, «bei der geplanten Reform der Berufsschulen den regionalen Gegebenheiten des Kantons ebenso Rechnung zu tragen, wie dem Fakt, dass die Zahl der Berufsschüler künftig wieder ansteigen wird und sich sowohl Berufsausbildung als auch Berufsbilder massgeblich verändern werden».

Die Grossräte befürworten daher «die Schaffung von Kompetenzzentren in den bisherigen Regionen, statt der Konzentration auf einige wenige Standorte innerhalb eines engen Perimeters». Der Vorstoss, der als Postulat eingereicht wird und von 16 der 17 Fricktaler Grossräte unterstützt wird, wird noch deutlicher: «Sollte der Regierungsrat zur Ansicht gelangen, dass einer oder mehrere Berufsschulstandorte geschlossen werden sollen, ist der Verteilung von Berufsschulstandorten in verschiedenen Regionen dringend Rechnung zu tragen.» Der Kanton Aargau sei ein Kanton der Regionen, eine Beschränkung von Schulstandorten auf einen engen Perimeter werde dieser Tatsache nicht gerecht.

Fünf Millionen sparen

Weiter fordern die Grossräte die Regierung auf, die Infrastruktur derart zu reorganisieren, dass diese «sowohl den Bedürfnissen der Lernenden, der Schulen, der Berufsverbände und der Regionen wie auch den Sparbemühungen der Regierung» Rechnung trägt.

Die Regierung will im nunmehr dritten Anlauf nicht nur die Berufsschullandschaft für die Zukunft fittrimmen, sondern gleichzeitig auch fünf Millionen Franken pro Jahr einsparen. Bis Ende Jahr will die Regierung aufzeigen, wie sie das bewerkstelligen will. Umgesetzt werden soll die Reform auf das Schuljahr 2020/21.

Die Fricktaler Grossräte sprechen sich dabei nicht grundsätzlich gegen Änderungen aus, mahnen aber zu einer sinnvollen Verteilung und Aufteilung der einzelnen Berufsfelder. Dadurch könne eine höhre Auslastung erreicht werden, was zu einer Kostenoptimierung führe. «Mit dieser Lösung können sowohl die ansteigende Zahl an Berufsschülern wie auch andere künftige Veränderungen bei den Berufsbildern selbst berücksichtigt werden, ohne dass grosse Investitionen notwendig werden.»