Wittnau
Fricktaler David Schmid ist jetzt ein "Eidgenosse": "Ich flippte komplett aus"

David Schmid hat am Eidgenössischen Schwingfest einen Kranz geholt – für den Landwirten aus Wittnau ging am Eidgenössischen alles auf.

Nadine Böni
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Armon Orlik (oben) kämpft gegen den Fricktaler David Schmid (unten)

Armon Orlik (oben) kämpft gegen den Fricktaler David Schmid (unten)

Keystone

David Schmid, Gratulation zu Ihrem ersten Kranz an einem Eidgenössischen Schwingfest. Haben Sie schon realisiert, was Sie erreicht haben?

David Schmid: Ich bin daran, es zu verdauen – und vor allem am Geniessen. Schon auf dem Platz haben wir mit den Schwingerkameraden gefeiert und auch danach gab es viele Gratulationen und Glückwünsche von allen Seiten. Gerade auch von zu Hause: Wittnau ist ein kleines Dorf, man kennt sich. Und ich weiss, dass viele Wittnauer begeisterte Schwingfans sind. Es ist deshalb einfach schön, dass ich einen Kranz holen konnte.

Wie haben Sie den Moment erlebt, als Sie wussten, dass es gereicht hat?

Ich war sehr lange sehr gut unterwegs. Schon nach sechs Gängen war fast klar, dass es für einen Kranz reichen würde. Daher konnte ich mich mental etwas vorbereiten. Als das Resultat dann aber offiziell bekannt gegeben wurde, flippte ich trotzdem komplett aus (lacht). Das war einfach eine grenzenlose Freude.

Dann war da keine Enttäuschung, dass es nicht sogar zu noch mehr gereicht hat?

Nein, überhaupt nicht. Der Kranz war mein Ziel und das habe ich erreicht. Ich wagte es gar nie, von Höherem zu träumen. Natürlich möchte man jeden Kampf gewinnen und ist im Moment enttäuscht, wenn man verliert. Aber ehrlich: Die Freude ist ungetrübt.

Sie sagten, der Kranz sei Ihr Ziel gewesen. Haben Sie denn damit gerechnet, dass es reicht?

Ich bin tatsächlich mit dem Ziel Kranz nach Estavayer gefahren. Aber es muss dann halt trotzdem alles stimmen, dass das auch klappt. Damit rechnen konnte ich also nicht.

Der Kranz als verdienter Lohn Am Ende wurde es Rang 12b: David Schmid (26) aus Wittnau hat am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Estavayer lange Zeit mit den Besten mithalten können. Belohnt wurde sein Effort mit einem Kranz. Es ist der erste Kranz an einem Eidgenössischen für den Landwirt, der für den Schwingklub Fricktal aktiv ist.

Der Kranz als verdienter Lohn Am Ende wurde es Rang 12b: David Schmid (26) aus Wittnau hat am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Estavayer lange Zeit mit den Besten mithalten können. Belohnt wurde sein Effort mit einem Kranz. Es ist der erste Kranz an einem Eidgenössischen für den Landwirt, der für den Schwingklub Fricktal aktiv ist.

Zur Verfügung gestellt

Was hat denn alles gestimmt?

Zum einen ist das die körperliche Verfassung. Noch im Frühjahr habe ich eine Knieverletzung erlitten. Der Aufbau danach ist wirklich gut verlaufen. Dann kommt eine mentale Komponente hinzu. In den vergangenen Monaten habe ich mich mit Mentaltraining auf dieses Schwingfest vorbereitet. Und zu guter Letzt ist es auch das Umfeld, das eine wichtige Rolle spielt. In Estavayer hatte ich die Unterstützung der Schwingerkollegen aus der Nordwestschweiz und von meiner Familie. Das hat geholfen.

Ein grosses Thema war die Hitze. Wie sind Sie damit umgegangen?

Jeder Schwinger geht an seine körperlichen Grenzen, gibt 120 Prozent. Die Hitze war daher eine zusätzliche Herausforderung. Allerdings eine, mit der ja alle Schwinger umgehen mussten. Als einer der athletischen Schwinger hatte ich vielleicht einen Vorteil.

Inwiefern?

Athletische Schwinger haben meist etwas mehr Ausdauer. Bei dieser Hitze hatte das wohl einen Einfluss. In meinem vierten Gang gegen Ruedi Eugster – ein Schwinger, der rund 20 Kilogramm schwerer ist als ich – hatte ich etwa dieses Gefühl. Ihn konnte ich in den letzten 20 Sekunden des Kampfs noch herunter drücken.

Ihr Ziel, einen Kranz am Eidgenössischen zu gewinnen, haben Sie nun erreicht. Wie geht es weiter?

Erst einmal stehen jetzt ein paar Tage Ferien auf dem Programm. Im Herbst nehme ich vielleicht noch an einem Herbstschwingen teil. Dann gibt es rund einen Monat Pause, bevor die Vorbereitung auf die nächste Saison beginnt. In dieser möchte ich meinen Kranz mit guten Leistungen bestätigen.

Wehrte sich tapfer: David Schmid (l.) unterlag aber im siebten Gang – einem der spektakulärsten Kämpfe in Estavayer – dem späteren Schlussgangteilnehmer Armon Orlik.

Wehrte sich tapfer: David Schmid (l.) unterlag aber im siebten Gang – einem der spektakulärsten Kämpfe in Estavayer – dem späteren Schlussgangteilnehmer Armon Orlik.

Keystone

Und das nächste Eidgenössische Schwingfest – Zug 2019 – haben Sie schon im Hinterkopf?

Überhaupt nicht. Aber ich möchte sicher noch weiter schwingen, bis ich 30 Jahre alt bin. In Zug werde ich 29 sein. Bis dahin gilt es, möglichst viel zu investieren. Sowohl in die Kraft als auch in die Technik. Das alles ist aber nur möglich, weil die ganze Familie hinter mir steht und mich unterstützt. Ihr bin ich sehr dankbar.

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