Fricktal
Frühlingsputz statt Pfingstlager – Jungwacht und Blauring müssen wegen Corona umplanen

Die Pandemie hat das Jahresprogramm der Fricktaler Jungwacht- und Blauring-Organisationen durcheinander gewirbelt. Das traditionelle Pfingstlager in Rheinfelden etwa kann nicht stattfinden, dafür wird spontan ein Tagesprogramm angeboten. Umso grösser ist die Hoffnung, dass im Sommer wieder Lager möglich sind.

Nadine Böni
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Gemeinsames Kartenspiel – auch das gehört zu den Beschäftigungen im Lager.

Gemeinsames Kartenspiel – auch das gehört zu den Beschäftigungen im Lager.

Michel Luethi
(15. Mai 2016)

Im Pfarreizentrum Schallen in Möhlin wird geputzt. Frühlingsputz statt Pfingstlager, heisst es für die örtliche Jungwacht- und Blauring-Organisation (Jubla) quasi. Wobei: «Das Pfingstlager gehörte in Möhlin eigentlich nie fix zum Jahresprogramm – und in Zeiten von Corona wurde es auch gar nicht erst zum Thema», sagt Claudia Fritzenwallner, Präses der Jubla Möhlin.

Stattdessen werden eben die Räumlichkeiten im Pfarreizentrum Schallen für die «Lange Nacht der Kirchen» vom 28. Mai vorbereitet. Die Möhliner Jubla beteiligt sich daran. Auch in Rheinfelden fällt das – hier eigentlich traditionelle – Pfingstlager aus. Scharleiter Luca Simmen erklärt:

«Es war schlicht zu lange unklar, ob überhaupt Lager möglich und wie allenfalls die Vorgaben dafür sein würden.»

Stattdessen entschieden die Leiter in Rheinfelden, spontan ein Tagesprogramm für Pfingsten auf die Beine zu stellen. «Weil auch das aber erst sehr kurzfristig möglich war, gingen nur wenige Anmeldungen ein», so Simmen.

Die lange Pause schlägt auf die Moral

Die Episode zeigt: Die Coronapandemie hat das Jahresprogramm und die Aktivitäten der Jungwacht- und Blauring-Gruppen gehörig durcheinander gewirbelt. «Lange Zeit konnten wir gar nichts machen», sagt Fritzenwallner. «Das hat auf die Moral geschlagen.» Und es hatte Folgen: Die Jublas verzeichneten in der coronabedingten Pause diverse Abmeldungen. Für Luca Simmen zwar schade, aber verständlich:

«In Sportvereinen etwa durften Kinder bald wieder trainieren und ihrem Hobby nachgehen. Da sind einige auf dieses Angebot ausgewichen.»

Nun sind auch bei den Jublas wieder Aktivitäten wie Gruppenstunden möglich. Claudia Fritzenwallner spürt zwar eine gewisse Zurückhaltung und Vorsicht bei Jugendlichen und Eltern, hofft aber, dass «nun bald wieder Schwung ins Jubla-Leben kommt».

Hoffen auf die Sommerlager

Einen Schub verleihen könnten da etwa die Sommerlager. Denn die Hoffnungen sind gross, dass diese durchgeführt werden können. Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren. Die Jubla in Möhlin etwa plant Ende Juli ein zweiwöchiges Lager im Zürcher Oberland, für die Rheinfelder soll es Anfang Juli in die Innerschweiz nach Arth Goldau gehen.

Simmen und Fritzenwallner sind sich einig: «Die Sommerlager sind das unbestrittene Highlight im Jahresprogramm.» Im Lager herrsche jeweils eine ganz besondere Stimmung, sagt Simmen und erklärt:

«Es ist eine intensive Zeit. Wir Leiter können den Kindern im Lager viel auf ihren Weg mitgeben – und gemeinsam Eindrücke und Erinnerungen sammeln, die allen für immer bleiben.»

Für die Kinder und Jugendlichen sei es eine enorm spezielle Erfahrung, zwei Wochen von morgens bis abends und über Nacht nur mit den Gspändli und Freunden unterwegs zu sein, ohne Eltern. Und auch die Leiter geniessen das: «Im Lager entstehen einfach magische Momente», sagt Simmen.

Die Anmeldefristen für die Sommerlager laufen, erste Anmeldungen sind eingetroffen. Und vielleicht findet der eine oder die andere dank dem Lager zurück zur Jubla – oder neu dazu.