Fricktal
Erste Kulturbetriebe planen den Neustart: «Wir möchten den Künstlern und dem Publikum eine Perspektive bieten»

Am Mittwoch hat der Bundesrat Lockerungen beschlossen und auch Veranstaltungen mit Publikum – mit Einschränkungen – wieder erlaubt. Mehrere Fricktaler Kulturbetriebe nutzen das und wollen schon in wenigen Tagen wieder ein Programm anbieten.

Nadine Böni
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Martin Willi, Betriebsleiter der Laufenburger Kultschüür, plant den Restart nach der Coronazwangspause.

Martin Willi, Betriebsleiter der Laufenburger Kultschüür, plant den Restart nach der Coronazwangspause.

Peter Schütz (27. September 2020)

Das kulturelle Leben kehrt zurück – wenn auch vorerst zaghaft und unter grossen Einschränkungen, gerade, was die Besucherzahlen betrifft. Es gilt ausserdem vorerst eine Sitz- und Maskenpflicht sowie ein Konsumationsverbot. Trotzdem: Bei den Kulturbetrieben im Fricktal wurde der Entscheid des Bundesrats mit Freude aufgenommen.

Öffnen aber werden nicht alle sofort. Der Violahof in Kaiseraugst etwa bleibt vorerst weiter zu, zu eng sind die Platzverhältnisse für ein grösseres Publikum mit Abstandsregel. Die Räumlichkeiten werden derzeit stattdessen für Kommissionssitzungen der Gemeinde genutzt. Andere lassen den Entscheid noch offen. Der Vorstand der Fricker Kulturvereinigung Urschrei – sie betreibt das Kulturhaus Meck – trifft sich kommende Woche zu einer Sitzung, an der das weitere Vorgehen besprochen wird.

Kabarett, Konzerte, Filmabend

Der Kornhauskeller präsentiert am 22. Mai ein Musiktheater mit Felix Huber und Christine Lather.

Der Kornhauskeller präsentiert am 22. Mai ein Musiktheater mit Felix Huber und Christine Lather.

zvg

Mehrere Kulturbetriebe legen hingegen schon in wenigen Tagen wieder los. So etwa der Kornhauskeller in Frick. Am 30. April sind die Musikkabarettisten Schertenlaib und Jegerlehner zu Gast, am 22. Mai das Musiktheater «Ich habe den Himmel gegessen» mit Kompositionen von Felix Huber. In der Laufenburger Kultschüür folgt der Restart am 4. Mai mit einem Filmabend. Gezeigt wird die preisgekrönte Komödie «Moskau einfach!» von Micha Lewinsky.

Das Aargauer Comedy-Duo Klischee soll am 27. Mai in Möhlin auftreten.

Das Aargauer Comedy-Duo Klischee soll am 27. Mai in Möhlin auftreten.

zvg

Noch offen ist, ob auch die Möhliner Kulturkommission ihr Programm sofort wieder startet. Ein Slam Poetry-Event am 23. April ist bereits abgesagt. Als nächstes stünde am 27. Mai mit dem Aargauer Comedy-Duo Klischee mit Linda Carmen Deubelbeiss und Raphael Oldani auf dem Programm. «Die Tendenz geht klar in Richtung, dass wir das durchführen», sagt Maria-Pia Scholl, Präsidentin der Kommission.

Schutzkonzepte stehen schon

Entgegen kommt den Kulturbetrieben beim Neustart, dass sie bereits auf ein bewährtes Schutzkonzept zurückgreifen können. Sie führten bereits im vergangenen Herbst, vor dem zweiten Lockdown, Veranstaltungen unter Einschränkungen durch. Entsprechend konnten gerade mit den Schutzkonzepten bereits Erfahrungen gesammelt werden. Hedy Stalder von der Fricker Kulturkommission, die den Kornhauskeller betreibt, erklärt:

«Wir müssen es nun lediglich an die neuen Vorgaben anpassen. Das erspart uns eine Menge Aufwand.»

Trotzdem ist klar: Unter den Vorgaben des Bundesrats – gerade, was die beschränkte Besucherzahl und das Konsumationsverbot angeht – ist ein rentabler Betrieb kaum möglich. Die Kulturbetriebe eint der Wunsch, das kulturelle Leben aus der Zwangspause zu holen – und, wie Martin Willi, Betriebsleiter der Laufenburger Kultschüür sagt:

«Den Künstlerinnen und Künstlern ebenso wie dem Publikum eine Perspektive zu bieten. Das ist uns ein grosses Anliegen.»

Selbstverständlich in der Hoffnung, dass bald wieder Anlässe ohne derart starke Einschränkungen möglich sein werden.

So sieht es bei den Festivals aus

Die Veranstalter der beiden grossen Fricktaler Festivals hoffen darauf, an ihren geplanten Terminen festhalten zu können. «Unser Termin steht. Wir setzen auf den Effekt der Impfungen und weitere Lockerungen», sagt Sven Jegge vom OK des Sichtfeld Festivals, das vom 6. bis 8. August in Gipf-Oberfrick über die Bühne gehen soll.

Für das Schupfart Festival, geplant für den 24. bis 26. September, berichtet OK-Präsidentin Doris Müller: «Unser Entscheid, ob es stattfindet oder nicht, fällt Ende Juni/Anfang Juli.» (hcw)