Fricktal
«Da legen wir drauf»: So reagieren Kultur- und Gastrobetreiber auf eine allfällige Öffnung mit Platzbeschränkung

Die Laufenburger Kultschüür fährt bei grünem Licht des Bundesrates den Betrieb wieder hoch – etwas daran verdienen werden die Betreiber aufgrund des begrenzten Einlasses jedoch nicht. Philipp Weiss vom «Fricks Monti» lässt sich mit dem Entscheid bis nach der Medienkonferenz des Bundesrats am Freitag Zeit.

Dennis Kalt
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Martin Willi, Betriebsleiter der Kultschüür in Laufenburg, will den Kulturbetrieb bei einem positiven Entscheid des Bundesrates schnell wieder hochfahren.

Martin Willi, Betriebsleiter der Kultschüür in Laufenburg, will den Kulturbetrieb bei einem positiven Entscheid des Bundesrates schnell wieder hochfahren.

Bild: Nadine Böni
(10. März 2017)

Der Bundesrat stellte am Freitag Lockerungsschritte für die Gastronomie- und Kulturbranche in Aussicht. So soll ab dem 22. März die Öffnung von Restaurantterrassen sowie der Kino- oder Theaterbetrieb wieder möglich sein. Allerdings mit einer Beschränkung auf maximal ein Drittel der Kapazität des Veranstaltungsorts oder maximal 50 Personen in den Innenräumlichkeiten. Am Freitag, 19. März, wird die Regierung verbindlich entscheiden, ob sie an diesen Lockerungen festhält.

Philipp Weiss, Betreiber von «Fricks Monti», wird daher erst am Samstag entscheiden, ob, wann und inwiefern er seinen Kino- und Restaurationsbetrieb öffnen wird. «Das mache ich von verschiedenen Faktoren abhängig.» Dazu gehört etwa die Frage, wie viele er von seinen 177 Kinoplätzen nutzen kann oder welche Bereiche des Gastronomiebetriebes geöffnet werden können.

Die derzeit unklare Lage mache das Planen unmöglich und ein schnelles Hochfahren des Betriebs schwierig. «Das Lager ist derzeit leer. Es müsste zunächst eingekauft und das Personal kurzfristig informiert werden», sagt Weiss. Dennoch sehnt er sich danach, Gäste, Film- und Kulturfans rasch wieder begrüssen zu dürfen.

Lieber zu lassen, als ein Minusgeschäft machen

Gastronom Araz Abram, der in Rheinfelden einen Catering- und Partyservice sowie das Restaurant B15 betreibt, findet klare Worte:

«Wenn ich meine Terrasse öffnen würde, laufe ich Gefahr, dass ich Konkurs gehe.»
Araz Abram, Wirt aus Rheinfelden.

Araz Abram, Wirt aus Rheinfelden.

Bild: Chris Iseli (10. November 2020)

Der Terrassenbereich befände sich weder an einem See noch in einem Park, sondern in einem nüchternen Innenhof. «Wenn es da kalt oder regnerisch ist, kommt niemand», sagt er.

Kommt hinzu, dass das Gros der kaufmännischen Angestellten, die eigentlich im Gebäudekomplex, in dem sich das «B15» befindet, arbeiten, derzeit im Homeoffice sind. Dementsprechend verzichtet Abram auf eine Teilöffnung des Betriebes, um ein Minusgeschäft zu vermeiden. Etwa für Personalkosten oder für Lebensmittel, die er wegwerfen müsste.

Martin Willi, Betriebsleiter der Kultschüür in Laufenburg, sagt: «Grundsätzlich sind wir froh, wenn wir endlich mal wieder was machen können.» Rund 60 Plätze fasst der Saal, wenn er voll ist. Aufgrund der vorgesehenen Beschränkungen wären jedoch nur noch etwa 20 Zuschauer pro Veranstaltung erlaubt. Aber:

«Wir legen drauf, wenn wir nicht mindestens 45, 50 Zuschauer haben.»

Der treuen Mitglieder und Sponsoren wegen würde man, falls möglich, jedoch trotzdem starten – auch, um ein Zeichen zu setzen, dass man noch da sei.

So würden denn auch Hanspeter Müller-Drossaart und Urs Heinz Aerni mit «Der Witz – Die unterschätzte literarische Gattung» am 8. April auftreten. Hingegen sei der Auftritt der Old Rivertown Jazzband abgesagt, weil – zumindest gemäss Schutzkonzept des letzten Jahres – maximal nur vier Personen auf der Bühne stehen dürfen.