Frick
«Ich sehe immer noch schwarz, wenn ich an die Zukunft denke» – die Marktfahrer leiden, obwohl wieder Märkte stattfinden

Dank der Lockerungen der Coronamassnahmen dürfen seit einigen Wochen wieder Märkte durchgeführt werden – auch am anstehenden Pfingstwochenende. Noch immer aber beschäftigen die Pandemie und die damit verbundenen Auflagen die Marktfahrer. Und dann ist da auch noch das Wetter.

Simon Widmer
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Rolf Senger, Marktfahrer aus Oberhof, hofft, dass zumindest die Maskenpflicht auf den Märkten bald abgeschafft werden kann.

Rolf Senger, Marktfahrer aus Oberhof, hofft, dass zumindest die Maskenpflicht auf den Märkten bald abgeschafft werden kann.

Dennis Kalt (12. November 2018)

Pfingsten steht vor der Tür. Ein sehr wichtiges Datum für alle Marktfahrer und -gänger, da jedes Jahr am Pfingstmontag etliche Märkte stattfinden. Frick etwa erlaubt den traditionellen Pfingstmarkt am Montag unter Auflagen. Die Pandemie und vor allem auch die Wettervorhersagen dämpfen allerdings die Stimmung bei den Marktfahrern.

«Das Wetter spielt natürlich immer eine Rolle, gar keine Frage. Aber Corona hat auch einen massiven Einfluss.»

Das sagt Rolf Senger, Gründer der Firma RS-Vertrieb. Er besucht schon seit über 20 Jahren Märkte und macht Vorführungen, bei denen er seine Küchengeräte praktisch vorstellt. «Vor Corona konnte ich oft 20 bis 30 Leute zu meinen Präsentationen locken, jetzt dürfen es meist gar nicht mehr als fünf oder sechs sein.»

Absagen, obwohl sie nicht nötig sind

Auch werden immer noch Märkte abgesagt, obwohl sie seit Anfang März wieder erlaubt wären. Unverständlich, findet Senger, denn es sei schliesslich extra ein Schutzkonzept vom Schweizerischen Märkteverband ausgearbeitet worden, um das zu verhindern.

Weiter meint er: «Für viele Veranstalter ist es wohl einfach zu viel Arbeit. Das, obwohl es das Schutzkonzept schon gibt und sie dadurch kaum Mehraufwand haben. Gerade für kleine Märkte sollte es gar kein Problem sein.»

Dass es auch für grosse Märkte möglich ist, das Schutzkonzept umzusetzen, beweist Bremgarten, das sich für den kommenden Markt vom Pfingstmontag eine kreative Lösung ausgedacht hat: Die Veranstalter arbeiten mit einem Einbahnsystem, das einen als Besucher durch den ganzen Markt führt.

Wieder Normalität wäre wichtig

Senger wird am Montag in Frick trotz allem anzutreffen sein. Auch er hat Schutzvorkehrungen getroffen: So trennt ihn bei seinen Präsentationen beispielsweise immer eine Plexiglasscheibe von seinem Publikum. Der Oberhöfler meint:

«Eigentlich kein Problem. Ich muss halt nur etwas lauter sprechen, damit man mich auch durch die Scheibe versteht.»

Für den Montag hofft er wieder auf ein Stück Normalität. Der Traum wären so viele Besucher wie früher. Nach dem letzten Jahr, während dessen auch Senger auf Erwerbsersatz- und Härtefallzahlungen angewiesen war, wäre das dringend nötig. Der Onlinehandel habe zwar schon ein wenig wettgemacht, doch die wichtigste Einnahme- und auch Verbreitungsquelle seien nach wie vor seine Vorführungen, sagt er.

Die Zukunft ist ungewiss

«Damit es wieder so wird wie früher, muss die Maskenpflicht auf den Märkten abgeschafft werden», glaubt er. Geht es nach Senger, solle das spätestens dann geschehen, wenn auch die Maske auf den Terrassen der Restaurants fällt. Er erklärt:

«Mit der Maske kann man die Mimik nicht sehen. Diese ist aber enorm wichtig – gerade bei meinen Vorführungen, damit ich auf mein Publikum eingehen kann.»

Auch gäbe es den Leuten wieder ein Stück Freiheit zurück. «Ich sehe jedoch immer noch schwarz, wenn ich in die Zukunft schaue», sagt der Marktfahrer.