Fricktal

Fremde suchen Wald systematisch nach Pilzen ab – Einheimische sind wehrlos

Pilze dürften nicht organisiert gesammelt werden.

Pilze dürften nicht organisiert gesammelt werden.

Pilzkontrolleur Hugo Dill ärgert sich über Asiatinnen, die offenbar systematisch die Wälder rund um Kaiseraugst nach Pilzen absuchen. Doch das Phänomen ist bekannt. Der ehemalige Pilzkontrolleur Erich Meier wehrte sich bereits erfolglos dagegen.

Eigentlich wäre im Kanton Aargau das organisierte Sammeln von Pilzen verboten. Und für gewerbsmässiges Sammeln muss eine Bewilligung eingeholt werden. Doch Pilzkontrolleur und Wildhüter Hugo Dill beobachtet in der diesjährigen Pilzsaison Asiatinnen, die offenbar systematisch die Fricktaler Wälder nach Pilzen absuchen und diese einsammeln.

«Mit Fahrzeugen werden fast täglich Frauen aus der Stadt hierher gebracht – sechs bis acht Asiatinnen pro Bus. Dann durchkämmen sie vom Morgen bis zum Nachmittag, etwa sechs Stunden lang, gruppenweise die Wälder und sammeln Pilze», berichtete Dill gegenüber der Aargauer Zeitung von seinen Beobachtungen.

Ein bekanntes Phänomen

Doch laut Erich Meier aus Magden, der 10 Jahre lang Pilzkontrolleur war, sei dies ein bekanntes Phänomen im Fricktal. Vor Jahren habe er sich beim Kanton schon über dieses Problem beschwert.

Er möchte auch klar stellen, dass es nicht unbedingt immer Asiatinnen seien. Es seien auch Leute aus dem Baselland, aus Basel oder auch Solothurn, die Pilze in rauen Mengen sammeln. «Für die Einheimischen ist es unangenehm, wenn Fremde einfach alle Pilze einsammeln», sagt Meier.

Anzeige gegen unbekannt

Vor Jahren habe er bereits Anzeige gegen unbekannt eingereicht. Er pochte auf das Gesetz. Sagt, dass im Kanton Aargau das organisierte Sammeln verboten sei. Doch gebracht habe es schon damals nichts.

Im Pilzverein habe man dann das Thema diskutiert. Man wollte danach den Kanton dazu bringen, eine Mengenbeschränkung einzuführen. «Unsere Vorstellung war, dass jeder zwei Kilogramm Pilze sammeln darf», sagt Meier.

Doch passiert ist nichts. Das Gesetz wurde nicht geändert. Auch, weil laut einer Forschungsanstalt eine Limite für den Artenerhalt gewisser Pilze nicht zwingend war.

So müssen Meier und Dill tatenlos zuschauen, wie massenhaft Pilze abtransportiert werden. Wer die Frauen sind und wofür sie Pilze sammeln – ob für sich selber oder gewerbsmässig – bleibt für Erich Meier ein Rätsel.

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