Laufenburg

Finissage der Ausstellung «Die Hochrheinregion in historischen Landkarten» im Museum Schiff

Hans Burger (links) und Richard Kaiser vor dem Bild «Der Geometer Rosenmeyer» von Hans Thoma, das viele zusätzliche Besucher angelockt hat.

Hans Burger (links) und Richard Kaiser vor dem Bild «Der Geometer Rosenmeyer» von Hans Thoma, das viele zusätzliche Besucher angelockt hat.

Alle wollten den «Geometer Rosenmeyer» vom Landschafts- und Porträtmaler Hans Thoma sehen. Die Ausstellung gab Einblicke in die Geschichte der Kartenherstellung und zeigte die Verbindung des Themas zu Kunst und Literatur auf.

Rund 2000 Personen haben die Ausstellung «Die Hochrheinregion in historischen Landkarten» im Museum Schiff gesehen. Diese Zahl nannte Hans Burger, Präsident des Museumsvereins, gestern Abend an der Finissage. Wegen des grossen Interesses war die Ausstellung über 14 Monate lang zu sehen, einiges länger als geplant. Was auch an dem originalen Ölgemälde «Der Geometer Rosenmeyer» von Hans Thoma lag, das als Leihgabe erst seit Ende November 2018 die Museumsausstellung bereicherte und quasi auf der Zielgeraden noch einen Boom auslöste. 

Die Finissage gestern Sonntag war also die letzte Gelegenheit, das 66 mal 75 Zentimeter messende Bild zu betrachten. Was angesichts der grossen Zahl an Besucherinnen und Besuchern gar nicht so einfach war und Hans Burger dazu führte, auf die Dringlichkeit einer Museumssanierung hinzuweisen. «Wir hätten dann die Gelegenheit, eine Vernissage oder Finissage in würdigem Rahmen zu halten», sagte er.

Einziges Bild eines Geometers

Viel mehr Zukunftsmusik gab es nicht zu hören, denn im Fokus stand das Ölgemälde, das der lange Zeit beliebteste deutsche Landschafts- und Porträtmaler Hans Thoma (1839–1924) vom Geometer Rosenmeyer 1868 in Bernau geschaffen hat. Es ist kein riesiges, aber eben doch ein besonderes Werk, und das in zweierlei Hinsicht: Einerseits ist kein anderes Bildnis eines Geometers aus dem 19. Jahrhundert bekannt, andererseits stellt es einen seinerzeit zur Landvermessung üblichen Theodoliten dar. Hans Thoma hat das Winkelmessgerät mit Stativ ab halber Höhe, Zielfernrohr und Horizontalkreis bis aufs Detail exakt gemalt.

Das Bild befindet sich im Besitz der Carl Zeiss AG, ein Unternehmen der feinmechanisch-optischen Industrie aus Oberkochen, einer Stadt in Baden-Württemberg. Der Vermessungsingenieur Richard Kaiser, der zu der Gruppe gehört, die die Ausstellung aufgebaut hat, hat es als Leihgabe für die Ausstellung in Laufenburg bekommen. Die Gruppe bestand ausserdem aus Ariane Dannacher, Martin Blümcke, Hans Burger, Franz Koch, Alois Schmelzer und Franz Schwendemann.

Ein Dorf vermisst sein Bild

Die Finissage gestalteten Richard Kaiser mit der Beschreibungen des Bildes sowie der frühere Bürgermeister der Gemeinde Bernau im Hochschwarzwald, Rolf Schmidt. Bernau ist der Geburtsort von Hans Thoma. Sein Andenken wahrt ein viel beachtetes Museum mit einer grossen Auswahl an Thoma-Werken. Zwischen 7000 und 8000 Besucher werden im Schnitt pro Jahr gezählt. Aber eben: «Der Geometer Rosenmeyer» befindet sich nicht in Bernau. «Das Bild tät uns auch gut stehen», fand Rolf Schmidt.

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