Wir schreiben das Jahr 1805. Der dritte Koalitionskrieg zwischen Frankreich und den verbündeten Staaten Russland, England, Österreich und Schweden ist im Gange. Die Truppen Napoleons haben Lager auf einem Feld bei Dürnstein bezogen und planen einen heimtückischen Plünderzug auf das nahegelegene österreichische Städtchen Krems. Krems aber ist der Geburtsort von Phillipe, eines jungen Soldaten in napoleonischen Diensten. In Krems harrt Phillipes Jugendliebe Mina ungeduldig seiner Rückkehr von den europäischen Schlachtfeldern. Phillipe will – ja, er muss – die Bewohner des idyllischen Städtchens warnen und wird zum Deserteur. Doch der Weg zur Geliebten hält viele Hindernisse bereit.

Dieser dramatische Plot bildet den Inhalt des rund 25-minütigen Historienfilms «1805: A town’s tale», den die Musikgesellschaften von Gansingen und Oberentfelden an diesem Wochenende an zwei Konzertabenden mit Livemusik-Begleitung präsentieren werden. Um diese für die Blasmusik aussergewöhnliche Aufführung möglich zu machen, hat Otto M. Schwarz, der Komponist der Filmmusik zu «1805: A town’s tale», seine Noten extra für sinfonisches Blasorchester arrangiert.

Herausforderung für Musiker

In Oberentfelden und Gansingen proben die rund 50 Musikantinnen und Musikanten seit Jahresbeginn, um den Filmbildern, die in fesselnder Intensität ganz den Universalthemen Krieg und Liebe gewidmet sind, auch musikalisch Leben einzuhauchen.

Michel Byland, der in beiden Musikgesellschaften den Taktstock führt und das Gemeinschaftsprojekt initiiert hat, sagt, die Live-Begleitung eines Films bedeute für die Musikanten eine grosse Herausforderung. «Die Filmkomposition umfasst insgesamt fast 700 Takte. Das entspricht zuerst einmal einfach ganz viel Musik und nur wenigen Pausen.» Für die Musikantinnen und Musikanten sei es eine ungewohnte Aufgabe, 25 Minuten ohne Unterbruch zu musizieren. «Das verlangt grosse Konzentration. Allein schon, um den Überblick zu behalten.»

Ein Sklave des Klicks

Michel Byland selbst wird während des gesamten Konzertvortrags Kopfhörer tragen. Darüber kann er die getakteten Klicks hören, die ihn bei der Direktion der Live-Filmmusik unterstützen. «Bei der rhythmischen Gestaltung habe ich kaum Freiraum», sagt er. «Ich bin gewissermassen ein Sklave des Klicks.»

An den beiden Konzertabenden treten die Musikgesellschaften von Oberentfelden und Gansingen zum ersten Mal gemeinsam auf. Dabei, so der Dirigent, würden sich die beiden Korps bezüglich der instrumentalen Besetzung hervorragend ergänzen. Dass die Vereine darüber hinaus auch auf zwischenmenschlicher Ebene gut harmonieren, bestätigen Nicole Hunziker, Musikkommissionsmitglied aus Oberentfelden, und Marion Bühler, Vize-Präsidentin der Gansinger Musig: «Was Kameradschaft und Offenheit betrifft, sind die beiden Musikgesellschaften ziemlich gleich gestrickt.»

Umrahmt wird die Live-Begleitung des Films «1805: A town’s tale» an beiden Konzertabenden durch weitere Filmmusikvorträge, darunter die Titelmelodie zu «Dirty Dancing» und der «Police Academy March». Am Samstagabend nimmt ausserdem der Tambourenverein Oberentfelden Muhen einen Auftritt wahr.

«A town’s tale»: Die Musikgesellschaften Gansingen und Oberentfelden präsentieren ihre Konzerte mit Filmmusik am Samstag, 30. März, 20 Uhr in der Turnhalle Dorf, Oberentfelden und am Sonntag, 31. März, 17 Uhr in der Mehrzweckhalle, Gansingen.