Coronavirus

Falls es eine zweite Welle gibt: Die Isolierstation wäre innerhalb von Stunden bereit

Kommt es zu Coronainfektionen in den Asylunterkünften, kann die Station im A3-Werkhof in Frick wieder in Betrieb genommen werden.

Die Coronazahlen steigen wieder. Zum zweiten Mal in Folge meldete der Bund gestern eine Zunahme im dreistelligen Bereich. Im Kanton Aargau waren es 13 Fälle mehr als am Vortag.

Mit den steigenden Coronazahlen nimmt auch die Wahrscheinlichkeit wieder zu, dass sich Asylsuchende mit Covid-19 infizieren. Damit es in den Asylunterkünften zu keiner grossflächigen Ausbreitung des Virus kommt, hatte der Kanton Anfang April den ehemaligen A3-­Werkhof in Frick, der zuvor drei Jahre als kantonale Asylunterkunft gedient hatte, zur Isolierstation umgewandelt.

Station befindet sich im Stand-by-Modus

Nur: Die Isolierstation im «Containerdörfli», wie die Asylunterkunft wegen der Wohncontainern in den Werkhallen auch genannt wurde, ist seit Ende Mai geschlossen; sie wurde aufgrund der sinkenden Fallzahlen nicht mehr benötigt.

Die Station befinde sich aktuell im Stand-by-Betrieb und könne jederzeit «innert Stunden» wieder hochgefahren werden, sagt Pia Maria Brugger Kalfidis, Leiterin der Unterabteilung Asyl beim Kanton.

Ob das nötig ist, wird laufend beurteilt. «Je nach Entwicklung werden wir die Isolierstation wieder in Betrieb nehmen», sagt Brugger. Wie lange die Isolierstation somit als Rückfallebene bestehen bleibt, ist im Moment offen.

Zivilschutz kann nicht mehr aufgeboten werden

Klar hingegen ist: Wird die Isolierstation wieder in Betrieb genommen, muss sie anders organisiert werden als im April und Mai. Denn die Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal, die in der Betriebsphase bis Ende Mai die Zutrittskontrolle und die Verpflegung übernommen hatte, kann nicht mehr einfach aufgeboten werden, «da der Regierungsrat die kantonale Notlage beendet hat, die dies ermöglichte», so Brugger. Die Verpflegung würde deshalb bei einem Catering-Dienst bestellt.

Für die Betreuung der Isolierten käme wiederum die Securitas zum Einsatz und bei der medizinischen Versorgung würde der Kanton ebenfalls wieder die Gesundheitsfachpersonen beiziehen, die bereits im April und Mai im Einsatz waren.

Zur knapp zweimonatigen Betriebsphase im April und Mai zieht Brugger eine positive Bilanz. «Die untergebrachten Personen haben sich tadellos an die Vorschriften gehalten, wodurch ein ruhiger Betrieb gewährleistet werden konnte.» Die Sicherheitskräfte hätten nie eingreifen müssen.

Insgesamt waren in der siebeneinhalbwöchigen Betriebsphase 31 Asylsuchende in der Isolierstation untergebracht. Maximal wohnten 19 Personen dabei gleichzeitig in der Station, die für maximal 50 Personen ausgelegt war. Im Durchschnitt lebten 12 Personen zeitgleich in der Unterkunft. Dabei handelte es sich vorab um Einzelpersonen. Laut Brugger waren aber auch fünf Familienkonstellationen in der Isolierstation untergebracht. Positiv getestet wurden insgesamt 10 der 31 Personen. Davon musste eine Person hospitalisiert werden.

Beaver-Depot oder ­Gewerbehallen?

Was mit dem ehemaligen A3-Werkhof passiert, wenn er nicht mehr als Isolierstation gebraucht wird, ist noch unklar. Eine Option ist, dass in den Werkhallen das Kantonale Katastrophen Einsatzelement KKE mit seinen orangen Beaverschläuchen untergebracht wird.

An dieser Idee hat allerdings die Gemeinde wenig Freude. Sie hält die Lage für zu gut, als dass man den Werkhof als Materialdepot nutzen sollte. Die Gemeinde präferiert deshalb eine gewerbliche Nutzung. Ins Spiel gebracht wurde auch schon die Idee, den ehemaligen Werkhof, der direkt an der Autobahn liegt, zur Autobahnraststätte umzufunktionieren.

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